Stillstand am IBA-27-Projekt: Was verzögert das Wohnen auf der Korber Höhe?
Das IBA-27-Projekt „Neues Wohnen auf der Korber Höhe“ in Waiblingen, ein Vorhaben, das die Stadtgemeinschaft ins Gespräch bringt, steht momentan still. Ein Baubeginn? Fehlanzeige! Die letzte öffentliche Mitteilung zu diesem Thema liegt schon fast ein Jahr zurück. Damals war die Aufregung groß, als die Stadt verkündete, dass das vierte Baufeld aus Kostengründen an einen Investor vergeben werden sollte. Doch seitdem hat sich nicht viel getan. Auf Nachfrage gab es von der Stadt die klare Ansage: Aktuell ist nicht mit einem Spatenstich zu rechnen. Die Verantwortlichen, allen voran Baubürgermeister Dieter Schienmann, sollen demnächst die Gründe für diese Verzögerung näher erläutern.
Doch was genau steckt hinter diesem Projekt? An der Stauferstraße, wo die Stadt Waiblingen eigene Grundstücke besitzt, soll ein klarer Siedlungsabschluss entstehen. Die einseitige Bebauung wird somit ergänzt und ein interessantes Mosaik zeitgemäßen Bauens angestrebt. Die Idee ist, verschiedene Wohnformen zu schaffen, die den unterschiedlichen Anforderungen einer sich wandelnden Gesellschaft gerecht werden. Und das ist keine kleine Sache! Im Dezember 2020 wurde das Projekt in das Netzwerk der IBA’27 StadtRegion Stuttgart aufgenommen und im Juli 2023 offiziell anerkannt.
Ein Blick auf das Plangebiet
Das geplante Gebiet erstreckt sich über etwa 3 Hektar nördlich der bestehenden Siedlung und liegt an einem Nordhang, der um rund 12 Meter von Süden nach Norden abfällt. Die Grenzen sind gut definiert: Im Süden die Stauferstraße, im Osten die Korber Straße, im Norden die K 1858 und im Westen eine Wohnbebauung sowie Grünflächen. Hier sollen nicht nur Häuser entstehen, sondern auch Flächen, die landschaftlich in die Umgebung eingebunden werden, um das Gesamtbild zu harmonisieren.
Die Bürgerbeteiligung ist ein zentraler Bestandteil dieses Vorhabens. Vom 11. März bis 9. April 2021 hatten die Waiblingerinnen und Waiblinger die Gelegenheit, ihre Ideen und Anregungen einzubringen. Diese flossen in den Rahmenplan ein, der im Dezember 2022 vorgestellt wurde. Im Sommer 2023 folgte eine Befragung durch das Institut Weeber+Partner zu den Wohnbedarfen der Bewohner der Korber Höhe und deren Interesse am IBA-Projekt. Es zeigt sich, dass die Bevölkerung aktiv eingebunden wird, was in der heutigen Zeit unerlässlich ist.
Die nächsten Schritte und Herausforderungen
Der Rahmenplan bildet die Basis für ein zweistufiges Konzeptvergabeverfahren, das die Entwicklung des Gebiets strukturieren soll. Aktuell ist die erste Vergabestufe, in der die Investoren ausgewählt wurden, abgeschlossen. Die zweite Stufe, in der die Konzepte weiterqualifiziert werden, steht noch bevor. Hierbei werden Architekturbüros und Freiraumplanungsbüros beauftragt, um für jedes Baufeld durchdachte Lösungen zu finden. Erste Preise wurden bereits im November 2024 vergeben – ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn der Baubeginn noch in weiter Ferne scheint.
Das IBA’27-Projekt ist mehr als nur ein Bauvorhaben. Es ist Teil einer größeren Vision für die Region Stuttgart. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Stuttgarter Weissenhofsiedlung soll die IBA’27 innovative Bauprojekte und neue Infrastrukturen bündeln, die das Leben, Wohnen und Arbeiten in der Region neu gestalten. Fragen wie „Wie leben wir in Zukunft zusammen?“ und „Wie reagieren wir auf gesellschaftliche, technologische und ökologische Veränderungen?“ stehen im Vordergrund. Die geplanten Projekte sollen nicht nur ein neues Wohngefühl vermitteln, sondern auch den Wandel der Region sichtbar machen.
So bleibt abzuwarten, wie sich das IBA-27-Projekt „Neues Wohnen auf der Korber Höhe“ entwickeln wird. Bleiben wir gespannt und hoffen auf zeitnahe Fortschritte, die das Warten der Waiblinger Bürgerinnen und Bürger belohnen. Das Potenzial ist da – jetzt liegt es an den Verantwortlichen, dieses zu nutzen!
