VfB Stuttgart nach Niederlage gegen Gladbach: Ein Weckruf in der Krise
Der VfB Stuttgart hat am 23. Oktober eine bittere Heimniederlage gegen Borussia Mönchengladbach hinnehmen müssen. 2:3 endete die Partie, und das gegen die Mannschaft, die vor dem Spiel noch keinen Punkt auf dem Konto hatte. Für die Stuttgarter war es bereits die fünfte Niederlage in nur sieben Bundesliga-Spielen, was die Stimmung im Verein merklich drückt. Mit nur sechs Punkten steht der VfB im unteren Tabellendrittel. Sportvorstand Fabian Wohlgemuth bezeichnete diese Niederlage als „Tiefpunkt“ und kündigte an, die Ereignisse gründlich aufzuarbeiten. Das klingt fast wie ein Hilferuf.
Ermedin Demirovic, der in der fünften Minute für die frühe Führung sorgte und in der 83. sein zweites Tor erzielte, musste letztlich resigniert feststellen, dass es nicht für den Sieg reichte. „Wir hatten weitere Chancen, doch die Präzision im Passspiel hat gefehlt“, haderte Trainer Sebastian Hoeneß mit der Leistung seiner Spieler. Phasenweise hätten sie sich zu sicher gefühlt, was ihm ein Rätsel bleibt. Die Enttäuschung ist spürbar, und die Mannschaft muss sich nun auf das nächste Spiel vorbereiten. Am Mittwoch, dem 28. Oktober, steht das DFB-Pokalspiel gegen den SC Paderborn an, ein Gegner, den der VfB vor zwei Wochen noch mit 2:0 besiegen konnte – wenngleich das nicht ohne Schwierigkeiten gelang.
Ein großes Warnsignal
Die Lage in der Bundesliga ist angespannt, und Hoeneß sieht die Spieler in der Verantwortung, mehr Einsatz zu zeigen. „Jeder muss seinen Teil beitragen“, so der Trainer, der die aktuelle Situation als großen Warnschuss versteht. Demirovic, der sich nicht mit dem Gedanken an eine mögliche Unterschätzung von Gladbach anfreunden kann, fordert von seinen Mitspielern, dass sie in schwierigen Phasen alles aus sich herausholen müssen. „Wir dürfen uns nicht ständig mit unserer Anfälligkeit beschäftigen“, mahnte er. Die Mannschaft müsse wieder mit den grundlegenden Tugenden ins Spiel kommen – das klingt nach einer klaren Ansage.
In der Champions League hat Stuttgart zwar mit sieben Punkten eine solide Bilanz, doch in der Bundesliga sieht es düster aus. Ein frühes Pokalaus könnte die Krise noch weiter verschärfen. Wohlgemuth betonte, dass die Mannschaft sich gegen die negative Entwicklung im Spiel nicht genug gewehrt habe. Diese Worte dürften bei den Spielern angekommen sein, denn sie wissen, dass sie jetzt dringend punkten müssen. Vor dem nächsten Ligaspiel gegen Bayer Leverkusen bleibt also keine Zeit zum Verschnaufen, die Nerven liegen blank.
Ein Blick auf die Saison
Trotz der aktuellen Misere kann man nicht vergessen, dass der VfB Stuttgart in der letzten Saison eine starke Leistung zeigte und sich zum dritten Mal in Folge für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren konnte. Nach 34 Spieltagen belegte die Mannschaft sogar einen Champions-League-Qualifikationsplatz. Das war nicht selbstverständlich, immerhin hat der Verein in den 20 Jahren zuvor nur zweimal die gleiche Leistung erreicht. Die Offensive war beeindruckend und erzielte in der letzten Saison 71 Tore, was die zweitbeste Offensivleistung in der Vereinsgeschichte darstellt. Nur Bayern München war besser.
Gerade Ermedin Demirovic hat sich als wertvoller Spieler erwiesen und erzielte in der letzten Saison zwölf Tore. Auch Deniz Undav glänzte und war mit 19 Saisontoren der zweitbeste Torschütze der Bundesliga. Es ist also durchaus Potenzial vorhanden. Die Frage ist, wie die Mannschaft aus ihrer aktuellen Krise herauskommt. In der Bundesliga hat der VfB nach Rückständen 20 Punkte geholt – ein Vereinsrekord. Jetzt heißt es, aus den Fehlern zu lernen und den Blick nach vorne zu richten. Die Fans hoffen auf eine Wendung zum Besseren, denn das letzte Spiel gegen Gladbach war mehr als nur ein Schock. Es war ein klarer Weckruf.
