Freundschaft als Fundament: Verena und Corinna gründen ihre eigene Apotheke in Remshalden
In Remshalden hat sich ein Traum verwirklicht, der vor fast 30 Jahren seinen Anfang nahm. Verena Oesterle und Corinna Aspacher, beste Freundinnen seit ihrer Schulzeit, haben den Schritt gewagt und führen nun gemeinsam ihre eigene Apotheke. Die beiden Frauen, die sich damals beim Wechsel auf das Ernährungswissenschaftliche Gymnasium kennenlernten, haben nicht nur ihre Freundschaft, sondern auch ihre berufliche Laufbahn als Pharmazeutinnen eng miteinander verknüpft. Heute sind sie nicht nur Chefinnen, sondern auch Mütter, die sich in ihrem neuen Lebensabschnitt mit voller Hingabe und Leidenschaft der Gesundheit ihrer Mitmenschen widmen.
Der Weg zu ihrer Apotheke war geprägt von gemeinsamen Visionen und den Herausforderungen, die das Leben mit sich bringt. Als approbierte Pharmazeutinnen haben sie sich nun die Freiheit erkämpft, selbst zu entscheiden, wie sie ihre Apotheke führen möchten. Der Traum, den sie seit ihrer Jugend hegten, ist nun Realität geworden. Diese Geschichte zeigt, wie aus einer langjährigen Freundschaft ein starkes Geschäft erwachsen kann. Und das in einem Markt, der sich rasant verändert.
Trends in der Apothekenlandschaft
Die Entscheidung für eine gemeinsame Apotheke spiegelt einen größeren Trend wider, der in der Apothekenlandschaft zu beobachten ist. Immer mehr Gründerinnen und Gründer entscheiden sich für die Rechtsform der Offenen Handelsgesellschaft (OHG). Laut einer aktuellen apoBank-Analyse haben sich im Jahr 2024 bereits zehn Prozent der Neugründungen für diese Struktur entschieden – eine Verdopplung innerhalb von nur vier Jahren! Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig: Die Teilung von Kosten und Verantwortungen, die Bündelung von Fachkompetenzen und die Stärkung der Marktposition sind nur einige der Vorteile, die eine Kooperation mit sich bringt.
Obwohl die Neugründung einer Apotheke oft mit höheren Unsicherheiten verbunden ist, bietet sie auch maximale Freiheit in Bezug auf Standort und strategische Ausrichtung. Die durchschnittlichen Gesamtkosten einer klassischen Apothekenübernahme lagen 2024 bei stolzen 811.000 Euro, was für viele angehende Apotheker eine erhebliche Herausforderung darstellt. Aber die Investitionen lohnen sich – immerhin investieren Frauen mittlerweile sogar mehr als ihre männlichen Kollegen. Frauen zahlen im Schnitt 835.000 Euro, während Männer mit 791.000 Euro auskommen.
Die Herausforderungen der Apothekengründung
Die Gründung einer Apotheke ist jedoch nicht nur eine romantische Geschichte von Freundschaft und Unternehmergeist. Sie ist auch geprägt von strengen gesetzlichen Vorgaben und komplexen betriebswirtschaftlichen Anforderungen. Der zentrale Dilemma für viele Apotheker ist die Entscheidung zwischen Übernahme und Neugründung. Eine Übernahme bringt oft bestehende Kundenstämme und bewährte Betriebsabläufe mit sich, während eine Neugründung mehr Freiraum für kreative Ideen lässt, aber auch mehr Risiken birgt. In der Regel dauert eine Neugründung zwischen 12 und 18 Monaten – eine Zeitspanne, die viel Geduld und Planung erfordert.
Die organisatorischen Schritte sind vielfältig und reichen von der Beantragung der Betriebserlaubnis bis zur Eintragung ins Handelsregister. Auch die Auswahl der richtigen Lieferanten und die Gestaltung der Offizin sind entscheidende Faktoren, die über den Erfolg einer Apotheke entscheiden können. Und während das Team von Verena und Corinna nun die ersten Schritte in die Selbstständigkeit geht, bleibt abzuwarten, wie sich die Apotheke in diesem dynamischen Markt behaupten wird. Ihre Geschichte ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie aus Freundschaft und gemeinsamer Vision etwas Großartiges entstehen kann.
