Im Foyer von Recaro Aircraft Seating in Schwäbisch Hall stehen sie, die beiden prächtigen Porsche: ein 356 aus den 1950er-Jahren, der wie ein zeitloses Kunstwerk wirkt, und ein 914/6 mit Blaulicht, der einst als Safety Car in den 1960er-Jahren die Rennstrecken unsicher machte. Man kann sich kaum dem Charme dieser Oldtimer entziehen, die nicht nur Geschichte atmen, sondern auch eng mit der Geschichte von Recaro verbunden sind.

Recaro, ursprünglich 1906 als Stuttgarter Carosserie- und Radfabrik gegründet, hat sich über die Jahre stark gewandelt. Das Unternehmen war viele Jahre lang für die Karosseriebauten von Porsche in Zuffenhausen zuständig, bis 1963 der Verkauf des Karosseriewerks an Porsche erfolgte und aus „REutter CARosserie“ der Sitzspezialist RECARO wurde. Ein gewaltiger Schritt, der den Grundstein für die Entwicklung des Unternehmens hin zu einem der führenden Hersteller von Flugzeugsitzen legte.

Der Wandel zum Flugzeugsitzhersteller

Ende der 1960er-Jahre begann Recaro mit der Produktion von Flugzeugsitzen, zunächst als Experiment. Doch der Boom der Luftfahrt katapultierte diesen Bereich zum wichtigsten Geschäftssegment. Heute erwirtschaftet die Recaro-Gruppe stolze 95 Prozent ihres Umsatzes mit Flugzeugsitzen. Ein beeindruckender Wandel, der zeigt, wie schnell sich Märkte verändern können.

Der aktuelle CEO Marc Hiller erklärt in einem Podcast, der den Namen „MUSTERLÄND“ trägt, die spannende Unternehmensgeschichte und beleuchtet die Herausforderungen und Chancen, die mit Themen wie künstlicher Intelligenz verbunden sind. Der Podcast ist nicht nur auf der SÜDWEST PRESSE zu hören, sondern auch auf Plattformen wie Spotify und Apple Podcasts. Eine tolle Möglichkeit, mehr über die Hintergründe eines solch traditionsreichen Unternehmens zu erfahren!

Innovation und Tradition

Recaro investiert jährlich rund zehn Prozent des Umsatzes – das sind etwa 70 Millionen Euro – in Forschung und Entwicklung. Diese Investitionen sind nicht nur für die Weiterentwicklung von Flugzeugsitzen wichtig, sondern auch für die gesamte Innovationskultur des Unternehmens. Übrigens, der Name RECARO besteht seit 60 Jahren und hat sich seither einen festen Platz in der Welt der Sitze erobert.

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Doch Recaro denkt nicht nur an die Zukunft. Sie suchen aktiv den Kontakt zu ehemaligen Mitarbeitern des Stuttgarter Karosseriewerks Reutter und freuen sich über Journalisten, Sammler und Nutzer, die Teil dieser beeindruckenden Geschichte sind. Wer mehr über die Wurzeln von Recaro erfahren möchte, kann sich auch mit Hendrik Ockenga, dem Leiter Tradition der RECARO Group, in Verbindung setzen.

Ein Blick in die Vergangenheit

Ein Teil dieser Tradition wurde auch auf der Retro Classics in Stuttgart gewürdigt, wo Recaro unter dem Motto „111 Jahre Ingenious Design“ auftrat. Eine Veranstaltung, die nicht nur Nostalgiker begeistert hat, sondern auch die jüngeren Generationen für die Geschichte der Automobilindustrie sensibilisieren wollte. Von den ersten Kindersitzen bis hin zu den aktuellen Modellen im Gaming-Sektor – Recaro hat sich immer wieder neu erfunden.

Mit dem Markteintritt in den Gaming-Markt und der Vorstellung des RECARO Exo hat das Unternehmen gezeigt, dass es nicht nur im Flugzeugsektor, sondern auch im Bereich Gaming eine bedeutende Rolle spielt. Hier wird deutlich, wie vielseitig und anpassungsfähig Recaro ist – eine Eigenschaft, die in der heutigen Zeit unerlässlich ist.

In einer Welt, die sich ständig wandelt, bleibt Recaro ein lebendiges Beispiel für Innovation und Tradition. Und während die beiden historischen Porsche im Foyer weiterhin bewundert werden, hat das Unternehmen seine Augen fest auf die Zukunft gerichtet. Es bleibt spannend, was die nächsten Jahre für Recaro bereithalten.