Wechsel in der Regionalversammlung: Hans-Jürgen Goßner zieht sich zurück, Michael Weller rückt nach
In Göppingen gibt es derzeit einige Veränderungen in der politischen Landschaft, die für Aufsehen sorgen. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Goßner hat am 21. Oktober 2026 seinen Rückzug aus der Regionalversammlung des Verbands Region Stuttgart bekannt gegeben. Eine Entscheidung, die nicht nur ihn, sondern auch die Region selbst betrifft. Die Regionalversammlung stimmte seinem Ausscheiden einstimmig zu und stellte fest, dass es dafür einen wichtigen Grund gab. Goßner hatte bereits Ende September seinen Rückzug beantragt und auf die zeitlichen Verpflichtungen seines Bundestagsmandats verwiesen. Regelmäßige Sitzungswochen in Berlin, Ausschusssitzungen und weitere parlamentarische Termine fressen einfach zu viel Zeit. Schließlich ist ein Mandat nicht nur ein Titel, sondern erfordert auch persönliche Präsenz und Engagement – und genau das war für Goßner seit seinem Einzug in den Bundestag immer schwieriger geworden.
Die Geschäftsstelle des Verbands Region Stuttgart prüfte die Begründung und kam zu dem Schluss, dass die häufige berufliche Abwesenheit von Goßner tatsächlich einen wichtigen Grund für sein Ausscheiden darstellt. Interessanterweise behält er jedoch sein Bundestagsmandat und bleibt gleichzeitig Mitglied des Kreistags im Landkreis Göppingen. Die politische Schachspielerei geht weiter, denn mit sofortiger Wirkung rückt Michael Weller aus Göppingen als nächster Bewerber des AfD-Wahlvorschlags nach. Weller hatte bereits seine Bereitschaft zur Übernahme des Mandats erklärt und wurde am 21. Oktober ohne Hinderungsgründe als Regionalrat verpflichtet.
Ein Blick auf Hans-Jürgen Goßner
Hans-Jürgen Hilmar Goßner ist ein Gesicht, das in der Region nicht unbekannt ist. Am 17. November 1970 in Göppingen geboren, hat er sich nach einer Ausbildung zum Industrieelektroniker und einer Weiterbildung zum Industriemeister in die Politik gewagt. Seit 2016 gehört er der AfD an und hat zuvor von 1998 bis 2002 den Republikanern angehört – eine spannende Wendung in seiner politischen Karriere. Bevor er 2025 in den Bundestag einzog, war Goßner bereits von 2021 bis 2025 Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg. Bei der Landtagswahl 2021 konnte er mit 12,3 Prozent der Stimmen ein Mandat ergattern!
Im Landtag war er nicht nur einfach ein weiteres Gesicht in der Menge; er war aktiv im Ausschuss für Landesentwicklung und Wohnen und hat sich auch mit Themen wie Digitalisierung und Kommunen auseinandergesetzt. Zudem gehörte er dem Untersuchungsausschuss „IdP & Beförderungspraxis“ an, der sich mit brisanten Vorwürfen gegen den Landespolizeiinspekteur befasste. Seine politische Karriere ist also alles andere als langweilig, und auch im Bundestag hat er eine Vielzahl von Aufgaben übernommen – vom Ausschuss für Arbeit und Soziales bis hin zu den Verkehrsausschüssen.
Die Rolle der Regionalversammlung
Die Regionalversammlung selbst ist eine Art Parlament für die Region Stuttgart. Sie besteht aus 88 Mitgliedern und wird alle fünf Jahre gewählt, wobei die nächste Wahl für die rund 1,7 Millionen Wahlberechtigten in der Region ansteht. Ihre Aufgaben sind vielfältig: Von der Planung des Landschaftsparks über die Wirtschaftsförderung bis hin zur Verkehrsplanung – hier wird entschieden, wie die Region in den kommenden Jahren gestaltet werden soll. Die Versammlung trifft sich in der Regel fünf- bis sechsmal pro Jahr, um über wichtige Vorhaben wie den Regionalplan oder die Beteiligung am Projekt „Stuttgart 21“ abzustimmen.
Für Michael Weller, der nun in die Fußstapfen von Goßner tritt, wird es spannend sein, wie er seine neuen Aufgaben und Herausforderungen meistert. Immerhin hat er bereits Erfahrung als Vorsitzender der AfD-Fraktion im Kreistag und im Gemeinderat der Stadt Göppingen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die politischen Gegebenheiten entwickeln und welche Impulse Weller setzen kann.
