Regionaler Zukunftspakt Weinlandschaft: Stuttgart verknüpft Weinbau, Landschaft und Tourismus
In der Region Stuttgart tut sich etwas – und das nicht nur in den Weinbergen, sondern auch in den Köpfen der Planer und Entscheidungsträger. Der Verband Region Stuttgart (VRS) hat sich auf eine spannende Reise begeben, um Weinbau, Landschaft und Tourismus miteinander zu verknüpfen. Wie das aussieht? Nun, es wird ein Konzept erarbeitet, das gemeinschaftliche Ausschank- und Bewirtungsanlagen im Außenbereich vorsieht. Diese Anlagen, mit einer Fläche von etwa 80 Quadratmetern, könnten von Kommunen oder Genossenschaften errichtet und den interessierten Weinbaubetrieben zur Verfügung gestellt werden. Ein schöner Gedanke, der die Herzen von Weinliebhabern höher schlagen lassen sollte.
Der VRS hat sich ebenfalls entschlossen, den SPD-Antrag aufzugreifen, aber an einem separaten Konzeptpapier vorbei zu arbeiten. Stattdessen geht es darum, bestehende Ansätze zusammenzuführen – und das über die Grenzen der einzelnen Kreise hinweg. Ein gewaltiger Schritt, das muss man sagen! Dabei will man auch die Genehmigungshindernisse und Einschränkungen durch die Regionalplanung unter die Lupe nehmen und sie gegebenenfalls beseitigen. Das Ganze soll nicht nur für die beliebten Steillagen gelten, sondern für den gesamten Weinbau in der Region Stuttgart. Der VRS selbst nennt diese Initiative „Regionalen Zukunftspakt Weinlandschaft“ – ein klangvoller Name, der große Hoffnungen weckt.
Ein Blick in die Zukunft der Weinlandschaften
Der Pakt wird als verbindlicher Rahmen gedacht, um die beteiligten Akteure zusammenzubringen und ihre Maßnahmen abzustimmen. Ziel ist es, die Bedeutung und die Zukunft der Weinlandschaften in der Region hervorzuheben. Um mehr touristische und gastronomische Nutzungen in den Weinbergen zu ermöglichen, möchte der VRS die blockierenden Vorgaben der Regionalplanung auf den Prüfstand stellen. Es wird spannend zu sehen, welche Spielräume sich hier auftun. Zudem stehen auch die fach- und landesplanerischen Vorgaben, wie zum Beispiel die Landschaftsschutzgebiete, auf dem Prüfstand. Politische Impulse sind bereits vorhanden, und die Diskussion im Planungsausschuss des VRS hat gezeigt, dass man das Thema ernst nimmt.
Ein weiterer Punkt, der den Planern Kopfzerbrechen bereitet: die Schaffung eines „Steillagenkümmerers“, wie ihn die SPD vorgeschlagen hat. Hier sind die Regionalräte noch unsicher, ob tatsächlich eine eigene Stelle für diesen Kümmerer geschaffen werden soll. Die Kosten stehen im Raum, und bevor man einen solchen Schritt wagt, wollen die Verantwortlichen zunächst die finanziellen Details klären.
Steillagenweinbau im Fokus
Doch das ist noch nicht alles! Ein weiterer Antrag, der sich mit der Stärkung des Weinbaus in Steillagen beschäftigt, ist für den Haushaltsplan 2026 eingereicht worden. Die Geschäftsstelle soll beauftragt werden, den Weinbau in Steillagen als Förderschwerpunkt im Programm „Landschaftspark“ aufzunehmen. Gemeinsam mit der Regio Stuttgart Marketing- und Tourismus GmbH sollen Maßnahmen entwickelt werden, um die Bedeutung des Steillagenweinbaus zu kommunizieren. Dabei geht es nicht nur um die Weinqualität, sondern auch um den Erhalt der Kulturlandschaft und die Artenvielfalt. Ein Weinbaukongress im Jahr 2026 soll schließlich die Besonderheiten des Steillagenweinbaus thematisieren und konkrete Unterstützungsmöglichkeiten aufzeigen.
In Zeiten, in denen nur noch 40 Prozent der in Deutschland konsumierten Weine aus heimischer Produktion stammen, ist es umso wichtiger, die regionalen Winzerinnen und Winzer zu unterstützen. Die Herausforderungen sind groß: Klimawandel, wachsende Bürokratie und steigende Produktionskosten setzen den Winzern zu. Auf den bewirtschafteten und brachliegenden Flächen zeichnet sich ein Flickenteppich ab, der die Kulturlandschaft sichtbar verändert. Landschaftsprägende Weinbauhäuschen verfallen zusehends und werden immer seltener gepflegt. Hier besteht Handlungsbedarf!
Vielfalt und Genuss in den Weinbergen
Die Maßnahmen, die im Rahmen des Programms „Landschaftspark“ angedacht sind, reichen von Bau und Erhalt von Trockenmauern über bessere Vermarktungsmöglichkeiten bis hin zu Weinwanderwegen. Ein Label „Regio-Steillagenweine“ könnte den regionalen Weinen zusätzliches Gewicht verleihen. Veranstaltungen wie die Steillagentage oder der „Tag der Weinregion Stuttgart“ könnten nicht nur die Weine in den Vordergrund rücken, sondern auch die Menschen, die hinter diesen Köstlichkeiten stehen.
Der VRS hat also viel vor und es bleibt abzuwarten, wie sich diese Ideen und Pläne in der Praxis umsetzen lassen. Eines ist jedoch sicher: Die Weinlandschaften der Region Stuttgart haben eine Zukunft – und sie wird hoffentlich so facettenreich und genussvoll, wie die Weine, die sie hervorbringen.
