In der Festhalle Althütte war am Freitagabend ordentlich was los. Dort fand eine Protestveranstaltung gegen die geplanten Windräder im Waldgebiet Ochsenhau statt – und das Interesse war riesig! Die 300 bereitgestellten Stühle waren bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung besetzt. Rund 200 Menschen standen in den hinteren Reihen der Halle, während einige hartnäckige Interessierte versuchten, durch die Fenster einen Blick auf das Geschehen zu erhaschen. Ein echtes Zeichen dafür, dass die Sorgen und Fragen der Bürger rund um das Thema Windkraft mehr als nur einen kleinen Kreis betreffen.

Mario Esch, der Vorsitzende der Bürgerinitiative Ochsenhau, war ebenfalls am Start und nahm an einem Bühnengespräch mit Philip Hopf teil. Die Diskussionsrunde behandelte die angespannten Emotionen und die hitzigen Debatten rund um den Windpark, der im Ochsenhau bei Althütte geplant ist. Vier Windenergieanlagen sollen dort in den kommenden Jahren errichtet werden – und die sollen es in sich haben: Je Anlage sind eine Nabenhöhe von 179 Metern, eine Gesamthöhe von etwa 266 Metern und ein Rotordurchmesser von rund 175 Metern vorgesehen. Das ist höher als der Kölner Dom und fast so hoch wie der Stuttgarter Fernsehturm! Man kann sich vorstellen, dass das bei den Anwohnern für gemischte Gefühle sorgt.

Ein Wald in Gefahr?

Die geplante Rodung für die Windräder würde mehr als vier Hektar Waldfläche betreffen. Das bedeutet nicht nur, dass Bäume fallen müssen, sondern auch, dass für Fundamente, Kranstellflächen und Wege ein erheblicher Eingriff in die Natur notwendig ist. Der Ochsenhau ist nicht nur ein Erholungswald, sondern auch ein Wasserschutzgebiet und Teil des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald. Hier leben geschützte Arten wie der Rotmilan und der Schwarzspecht – und die Frage, ob diese durch die Windkraftanlagen gefährdet werden, beschäftigt viele. Laut einer Studie könnte es bis zu 54 Jahre dauern, bis sich der Wald nach einer Rodung wieder vollständig erholt hat. Das sind doch ganz schön gruselige Zahlen, oder?

Die Bürgerinitiative, die 2026 gegründet wurde und mittlerweile 126 Mitglieder sowie 1.273 Unterstützer zählt, hat klare Forderungen: Die Streichung des Vorranggebiets RM-16 aus dem Regionalplan, eine Standortplanung, die Trinkwasserschutzgebiete und Erholungswälder berücksichtigt, sowie eine stärkere Beteiligung der Anwohner. „Wir sind nicht gegen Windenergie, sondern gegen die Standorte“, sagt Esch und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Auch wenn der Landes-Masterplan vorsieht, bis 2032 mindestens 1,8 Prozent der Landesfläche für Windkraft zu nutzen, ist dieser spezielle Standort für viele ein rotes Tuch.

Die Stimmung ist angespannt

Die Veranstaltung war also nicht nur eine Zusammenkunft von besorgten Bürgern, sondern ein Ort, an dem Emotionen hochkochten. Fragen über die Zukunft des Wassers in Althütte, das in Trockenperioden bereits jetzt zu kurz kommt, wurden laut. Bei einem Ausfall der Landeswasserversorgung hängt Schlichenweiler zum Beispiel nur noch an einer Waldquelle. Mit jedem gerodeten Baum schwindet auch ein wenig der Hoffnung auf eine nachhaltige Wasserversorgung.

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Der Protest in Althütte ist ein eindringliches Beispiel dafür, wie wichtig es ist, bei der Planung von Windkraftprojekten die Stimmen der Betroffenen zu hören. Es wird spannend sein zu sehen, wie es weitergeht. Die Bürgerinitiative bleibt am Ball, und auch die Landesregierung hat Pläne in der Schublade, die den Ausbau der Windkraft regeln sollen. Aber ob das alles ausreicht, um die Sorgen der Anwohner zu besänftigen, bleibt abzuwarten.