Mühlhausen im Täle: Streit um die Ausweitung der Wasserschutzzone der Todtsburgquelle
Heute ist der 21.10.2026 und Mühlhausen im Täle steht vor einer Herausforderung, die nicht nur Wasserwirtschaft, sondern auch die Interessen von Landwirten und Grundstückseigentümern betrifft. Die geplante Ausweitung der Wasserschutzzone um die Todtsburgquelle sorgt für ordentlich Gesprächsstoff in der Gemeinde. Der Bürgermeister Bernd Schaefer, eine zentrale Figur in dieser Debatte, hat Bedenken geäußert, ob der Nutzen dieser Maßnahme tatsächlich so groß ist, wie von den Behörden dargestellt.
Für die Region ist die Todtsburgquelle von besonderer Bedeutung, da sie Teil der Albwasserversorgungsgruppe II ist und zur öffentlichen Wasserversorgung dient. Ein hydrogeologisches Gutachten aus dem Jahr 2021 hat den Anstoß für die Überlegungen zur Ausweitung gegeben. Künftig sollen Flächen, die bisher unter die Zone III fallen, in die strengere Zone II überführt werden. Und das hat es in sich: Einschränkungen bei Düngung, Waldarbeiten, Neubauten und Abwasserentsorgung sind nur einige der Themen, die im Raum stehen. Da wird’s einem nicht ganz leicht ums Herz, wenn man an die betroffenen Betriebe denkt.
Die Bedenken der Gemeinde
Der Gemeinderat hat sich einstimmig gegen die Erweiterung ausgesprochen. Schaefer fordert eine klare Abwägung zwischen dem Schutz des Wassers und den Rechten der Eigentümer und Landwirte. Schließlich könnte die Ausweitung der Wasserschutzzone für viele eine wirtschaftliche Belastung darstellen. Und das ist nicht ohne, zumal die Region in heißen Sommern, wie 2026, bereits auf Zukäufe von Wasser angewiesen war. Gemeinderatsmitglied Tobias Fischer äußert, dass die zusätzlichen Einschränkungen im Vergleich zum Quellenschutz nicht im richtigen Verhältnis stehen. Fragen, die auch die Bürger bewegen: Ist das wirklich die mildeste geeignete Maßnahme?
Viola Kottmann-Hepperle, ebenfalls im Gemeinderat, hebt hervor, dass bereits in anderen Bereichen der Eselhöfe Zone II gilt und fordert eine maßvolle Entwicklung. Ein Punkt, den viele in der Gemeinde nachvollziehen können. Die Verwaltung soll die Stellungnahme an das Landratsamt Göppingen übermitteln und fordert eine detaillierte Erläuterung der geplanten Maßnahmen. Wer möchte schon im Ungewissen bleiben, wenn es um die eigene Lebensgrundlage geht?
Wasserschutzgebiete und ihre Bedeutung
Hier kommt das Wasserhaushaltsgesetz ins Spiel, das die Festsetzung von Wasserschutzgebieten regelt. Es soll nicht nur die gegenwärtige, sondern auch die künftige Wasserversorgung sichern. In solchen Gebieten können Handlungen entweder ganz verboten oder stark eingeschränkt werden. Das Ziel ist klar: Risiken verringern und bestimmte Gefahren ausschließen. Die Schutzgebiete werden in Zonen unterteilt – von der engsten Zone um die Wasserquelle bis hin zu weiteren Schutzzonen, die vor breiteren Beeinträchtigungen schützen.
Die Gebietsgrenzen werden auf Basis der örtlichen hydrogeologischen Verhältnisse festgelegt. Das mag sinnvoll erscheinen, doch wie Schaefer anmerkt, bleibt die geplante Grenze des Schutzgebiets oft intransparent. Die Diskussion über die Abgrenzung führt zu einem gewissen Unbehagen – vor allem, wenn man bedenkt, dass mikrobiologische Belastungen im Rohwasser der Todtsburgquelle nicht eindeutig auf die geplante Erweiterung zurückgeführt werden können. Die Unsicherheit sollte in einer solchen entscheidenden Angelegenheit nicht unterschätzt werden.
Die Gemeinde hat klare Forderungen formuliert: Die bestehende Zone II soll nicht erweitert werden, und die geplanten Einschränkungen müssen nachvollziehbar dargestellt werden. Auch aktuelle Untersuchungsergebnisse sollen nicht außen vor bleiben. Eine Forderung nach weniger belastenden Alternativen schwingt stets mit und zeigt, dass die Mühlhausener nicht einfach tatenlos zusehen wollen.
Es ist ein Balanceakt, den die Gemeinde jetzt zu meistern versucht. Wie es weitergeht? Das bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Der Schutz der Trinkwasserversorgung ist wichtig, aber das Wohl der Menschen und ihrer Betriebe sollte ebenfalls einen hohen Stellenwert haben.
