Heute ist der 21.10.2026 und die Vorfreude in Stuttgart ist förmlich greifbar. Helen Kevric, die 18-jährige Turnerin vom MTV Stuttgart, hat es tatsächlich ins WM-Finale am Stufenbarren in Rotterdam geschafft – und das gleich bei ihrer ersten Weltmeisterschaft! Ein unglaublicher Erfolg, auf den sie mit Recht stolz sein kann. Am Samstag um 15:45 Uhr wird sie sich mit den besten Turnerinnen der Welt messen und ihre Chance auf eine Medaille nutzen. Mit Rang zwei in der Qualifikation hat sie sich für das Finale der besten acht qualifiziert, was für eine Leistung!

Besonders spannend wird es, weil die hochfavorisierten Chinesinnen Qiu Qiyuan und Du Siyu, die als Medaillenkandidatinnen galten, in der Qualifikation überraschend scheiterten. Das macht Kevric’s Chancen auf eine Medaille umso größer. Bundestrainer Gerben Wiersma glaubt an sie und ist optimistisch, dass sie mit ihrer Übung, die einen Schwierigkeitswert von 6,4 hat, erneut glänzen kann. In den letzten zwei bis drei Wochen hat sie diese Übung regelmäßig einstudiert, und das dürfte sich auszahlen.

Ein starkes Team mit Herausforderungen

Das deutsche Team, dem auch Helen angehört, hat den Team-Endkampf leider verpasst und landete auf dem zehnten Platz. Ein herber Rückschlag, zumal China und Brasilien sie am letzten Qualifikationstag aus den Top acht verdrängten – das muss bitter gewesen sein. Auch die verletzungsbedingten Ausfälle von Pauline Schäfer-Betz und Silja Stöhr haben das Team stark geschwächt. Wiersma, der mit Platz zehn gerechnet hatte, war dennoch zufrieden mit der Teamleistung und lobte den Zusammenhalt der Turnerinnen. Aber man muss ehrlich sein, Rang zehn ist einfach nicht das Ziel, das sie sich gesetzt hatten.

Kevric selbst hat in ihrer bisherigen Karriere schon einiges durchgemacht. Verletzungen haben sie immer wieder zurückgeworfen, wie etwa der Patellasehnenriss bei der Heim-EM in Leipzig 2025. Doch nach ihrer Rückkehr feierte sie im August in Zagreb den EM-Titel am Stufenbarren. Ein bemerkenswerter Weg, der zeigt, wie viel Kampfgeist in ihr steckt. Auch bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris belegte sie an diesem Gerät den sechsten Platz – ein weiteres Indiz für ihr großes Talent.

Ein neuer Anfang?

Die Situation um ihre ehemaligen Trainer, die aufgrund von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in der Kritik stehen, war ebenfalls turbulent. Nach einem Rechtsstreit mussten diese Abfindungen und gute Arbeitszeugnisse erhalten, ein nicht ganz einfacher Prozess. Dennoch hat Kevric in letzter Zeit erklärt, dass sie wieder unter ihren beiden früheren Trainern trainieren möchte. Ein Zeichen, dass sie die Vergangenheit hinter sich lassen und neu durchstarten will.

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Jetzt blickt die gesamte Stadt Stuttgart gebannt auf das Finale. Es wird spannend sein zu sehen, ob Helen Kevric die Nerven behält und ihr volles Potenzial ausschöpfen kann. Wir drücken ihr die Daumen und hoffen auf eine glänzende Darbietung am Stufenbarren. Egal, wie es ausgeht, Helen hat uns schon jetzt stolz gemacht!