Steigende Trassenpreise gefährden Regionalverkehr: Politik unter Druck
Heute ist der 21.10.2026, und während wir hier in Ludwigsburg gemütlich unseren Kaffee genießen, brodelt es in den politischen Kreisen. Die steigenden Gebühren für die Nutzung des deutschen Schienennetzes könnten das Angebot im Regionalverkehr ernsthaft gefährden. Es ist ein Thema, das uns alle betrifft: weniger Regionalzüge, mehr Stau auf den Straßen – und das alles, weil die Kosten für die Trassenpreise in die Höhe schießen. Tarek Al-Wazir, der Grünen-Verkehrspolitiker und Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, hat bereits die Alarmglocken läuten lassen und fordert Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) auf, endlich Lösungen zu präsentieren. Ansonsten könnte Bilger der erste Verkehrsminister seit 30 Jahren werden, unter dem weniger Regionalzüge fahren. Das klingt fast nach einem historischen Rückschritt!
Die Situation wird zusätzlich durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs kompliziert, das im März die deutsche Preisbremse für das Schienennetz im Nahverkehr kippt. Die Bundesnetzagentur hat daraufhin die Trassenpreise für Regionalzüge drastisch erhöht. Verkehrsunternehmen stehen nun vor der Herausforderung, allein 2026 rund 400 Millionen Euro mehr aufzubringen! Eine echte Mammutaufgabe. Und die Länder sind sich einig: Sie können diese Summe nicht aus ihren Haushalten stemmen. Sie fordern Unterstützung vom Bund, der jedoch bislang keine zusätzlichen Zahlungen in Aussicht stellt. Ein klassisches Dilemma, bei dem die Politik gefordert ist, schnellstmöglich Lösungen zu finden.
Die Verkehrsministerkonferenz und ihre Herausforderungen
In diesen Tagen findet die Verkehrsministerkonferenz im bayerischen Hohenschwangau statt. Neben der Schienenmaut wird dort auch das Thema Niedrigwasser auf der Agenda stehen. Al-Wazir hebt hervor, dass die Bundesregierung eine langfristige Strategie für die Binnenschifffahrt entwickeln muss. Besonders im Blick ist dabei eine geplante Kürzung der Förderung für niedrigwassertaugliche Schiffe – von 35 Millionen auf 17,6 Millionen Euro im Haushaltsentwurf 2027. Solche Einschnitte könnten ebenfalls weitreichende Folgen haben.
Die Experten sind sich einig: Wenn keine zusätzlichen finanziellen Mittel gefunden werden, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die ersten Regionalverbindungen gestrichen werden. Christian Böttger, ein renommierter Bahnexperte, sieht die Wahrscheinlichkeit von Abbestellungen im Nahverkehr als hoch an, sollte die Finanzierung nicht gesichert werden. Ein umfassender Abbau des Nahverkehrs würde zudem den Zielen des Deutschland-Tickets und des Deutschland-Takts widersprechen. Ein echtes Dilemma für die Politik, die sich entscheiden muss, ob sie den bisherigen Umfang des Angebots aufrechterhalten oder Einsparungen vornehmen möchte.
Finanzierungsalternativen und die politische Bewährungsprobe
Interessanterweise gibt es Ideen zur Finanzierung, die durchaus Kreativität zeigen. Eine mögliche Nahverkehrsabgabe, an der sich auch Autofahrer beteiligen könnten, wäre eine Option. Zudem könnte der Bund über höhere Abgaben auf den Flugverkehr zusätzliche Mittel generieren. Schließlich zahlt der Flugverkehr im internationalen Verkehr keine Umsatzsteuer und keine Mineralölsteuer. Aber, und das ist das große Aber, die Politik muss darauf achten, die Wirtschaft nicht weiter zu belasten.
Die nächsten Monate werden entscheidend sein. Die Finanzierung des Nahverkehrs wird zur politischen Bewährungsprobe. Der Bund könnte die Preissenkungen im Fernverkehr nutzen, um in den Nahverkehr zu investieren – lehnt dies jedoch ab. Ein kompliziertes Geflecht aus Interessen, das uns alle betrifft. Die Frage bleibt, ob wir bald weniger Züge sehen oder ob doch noch ein Weg gefunden wird, um die Mobilität in der Region zu sichern.
