Das Schlossfreibad in Großsachsenheim ist nicht nur ein Ort, wo sich die Leute an heißen Sommertagen erfrischen können, sondern auch ein leuchtendes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement. Eröffnet wurde es 1953, und bereits 2003 drohte die Schließung. Damals, als die Wellen der Unsicherheit hochschwappten, formierten sich die Bürger. Mit Plakaten und einer Demonstration machten sie auf ihre Sorgen aufmerksam und gründeten 2004 den Trägerverein, der seitdem das Freibad gemeinsam mit der Stadt betreibt. Seit mehr als 20 Jahren halten sich nun fast 3000 Mitglieder zusammen – ein echter Kraftakt!

Von diesen Mitgliedern sind rund 200 aktiv. Bei den Helfertagen, die regelmäßig stattfinden, packen oftmals 40 bis 50 Menschen mit an. Es wird repariert, gestrichen und gepflegt – die Ehrenamtlichen übernehmen viele Aufgaben, vom Kassendienst über die Grünpflege bis hin zum Aufbau des Freibadkinos. Fachleute wie Elektriker und Maurer bringen ihre Expertise ein, und das ist auch nötig: Der Verein schließt Verträge mit Energieversorgern, investiert seine Überschüsse in das Freibad und sorgt dafür, dass alles rund läuft.

Ein Freibad mit Geschichte und Zukunft

Die Stadt selbst besitzt die Grundstücke und stellt das angestellte Bäderpersonal, aber für den Betrieb sind die engagierten Bürger unerlässlich. In den letzten Jahren wurden etliche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt: Photovoltaik- und Solarthermieanlagen wurden installiert, die Duschen und Dächer erneuert und sogar der Kinderbereich aufgefrischt. Es ist wie ein frischer Wind, der durch das Freibad weht, denn seit 2018 verzeichnet es in guten Jahren mehr als 60.000 Besucher. Das ist nicht nur eine Zahl, sondern ein Zeichen dafür, dass das Freibad sehr beliebt ist.

Um die Sanierung weiter voranzutreiben, hat der Bund 685.000 Euro aus einem Förderprogramm für kommunale Sportstätten und Schwimmbäder zugesagt. Die Stadt hatte sogar rund 1,5 Millionen Euro beantragt, aber die Gesamtfinanzierung ist noch unklar. Geplant sind Maßnahmen zur Energieeffizienz und Barrierefreiheit sowie eine grundsätzliche Erneuerung des Beckens – unter anderem mit einem Edelstahlbecken. Eine interessante Neuerung könnte die veränderte Beckentiefe sein, die das Wasservolumen um ein Drittel reduzieren könnte, was wiederum den Energie- und Chemikalienverbrauch senken würde.

Gemeinsam stark – die Rolle der Bürgervereine

Die Stadt muss nun entscheiden, wie es weitergeht – eine Herausforderung, vor der viele Kommunen stehen. Denn viele Freibäder können von Gemeinden nicht mehr allein finanziert und erhalten werden. Das Schlossfreibad in Sachsenheim ist da keine Ausnahme. Engagierte Bürgervereine, wie der hier ansässige, übernehmen zunehmend Verantwortung. Diese sogenannten Bürgerbäder sichern Einrichtungen, die andernfalls vor der Schließung stünden. Das ist nicht nur eine Erleichterung für die Gemeinde, sondern auch für die Bürger, die ihre Freizeitangebote nicht missen möchten.

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Für die kommende Saison sind übrigens drei Freibadkino-Abende in Planung – das ist mehr als in den vergangenen Jahren! Und damit die Besucher nicht nur im Wasser, sondern auch an Land Spaß haben, erhält der Verein 10.000 Euro aus einer Porsche-Förderung, um Geräte für neue Wasserangebote anzuschaffen. Der Vorstand möchte Veränderungen jedoch begrenzen: Rund 90 Prozent des Freibads sollen unverändert bleiben, während etwa 10 Prozent neu hinzugefügt werden könnten. Es bleibt spannend, wie sich das Freibad in den nächsten Jahren entwickeln wird!