Am Dienstag, dem 20. Oktober 2026, gegen 16:15 Uhr, passierte ein Unfall in Bietigheim-Bissingen, der die Gemüter erregte – und das aus gutem Grund. Eine 74-jährige Opel-Fahrerin, die zusammen mit ihrer 56-jährigen Begleiterin unterwegs war, wollte von der Gustav-Rau-Straße in den dortigen Kreisverkehr einfahren. Was dann geschah, war alles andere als vorgesehen.

Gleichzeitig näherte sich ein unbekannter Pedelec-Fahrer auf dem Radweg, der rechts neben der Straße verlief. Der Radler entschloss sich, die Gustav-Rau-Straße über einen Zebrastreifen zu queren. Leider war die Autofahrerin schon teilweise über den Zebrastreifen gefahren, als es zum Zusammenstoß zwischen dem Auto und dem Pedelec kam. Ein Moment der Unachtsamkeit, der fatale Folgen haben könnte.

Ein einvernehmliches Gespräch

Nach dem Unfall – und das ist fast schon kurios – führten die beiden Beteiligten ein kurzes Gespräch. Sie trennten sich zunächst einvernehmlich. Der Schaden am Opel wird auf etwa 1.000 Euro geschätzt, was ja für einen älteren Wagen nicht ganz unerheblich ist. Doch die Autofahrerin ließ der Gedanke an den Zustand des Pedelec-Fahrers nicht los. Irgendwie machte sie sich Sorgen und meldete den Vorfall später der Polizei.

Die Polizei in Bietigheim-Bissingen ist nun auf der Suche nach dem unbekannten Pedelec-Fahrer sowie weiteren Zeugen, die etwas zum Unfallhergang beitragen können. Hinweise werden unter der Telefonnummer (07142) 4050 oder per E-Mail an bietigheim-bissingen.prev@polizei.bwl.de entgegengenommen. Vielleicht hat ja jemand etwas gesehen, was den Ermittlungen auf die Sprünge helfen könnte.

Die Gefahren des Straßenverkehrs

Es ist nicht zu leugnen: Die Straßen sind für Radfahrer und Autofahrer oft ein gefährlicher Ort. Im Jahr 2025 starben in Deutschland insgesamt 462 Radfahrende, darunter 217 Pedelec-Nutzer. Das sind alarmierende Zahlen, die zum Nachdenken anregen. Besonders im Hinblick darauf, dass die Zahl der getöteten Pedelec-Fahrer in den letzten Jahren stark angestiegen ist – ein Anstieg um 3,8 % im Vergleich zu 2024 und um 20,6 % im Vergleich zu 2015.

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Ein erschreckender Trend, der besonders ältere Menschen betrifft: 67,3 % der getöteten Pedelec-Fahrer waren mindestens 65 Jahre alt. Es ist klar, dass mehr Bewusstsein für die Sicherheit im Straßenverkehr geschaffen werden muss. Radfahrer sind oft verletzlicher, denn bei 95.794 registrierten Fahrradunfällen mit Personenschaden waren in 66,5 % der Fälle weitere Verkehrsteilnehmer beteiligt – und häufig waren es Autofahrer.

In Anbetracht dieser Daten wird deutlich, dass der Unfall in Bietigheim-Bissingen kein Einzelfall ist, sondern Teil eines größeren Problems. Wir alle müssen wachsam sein, ob wir nun hinter dem Steuer sitzen oder auf dem Sattel eines Pedelecs. Die Straßen gehören uns allen, und das sollte auch so bleiben.