Kampf um Arbeitsplätze und Löhne: Warnstreik der IG Metall in Neckarsulm
Heute, am 5. November 2026, sind die Straßen rund um das Audi-Werk in Neckarsulm brechend voll mit Menschen – und das aus gutem Grund! Die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie haben sich zum Warnstreik versammelt. Laut der IG Metall haben sich rund 6.500 Menschen beteiligt, während die Polizei sich mit einer Schätzung von etwa 5.000 Teilnehmern zurückhält. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Sorgen und Ängste der Belegschaft nicht ignoriert werden können. Hier wird nicht nur für höhere Löhne protestiert, sondern auch für den Erhalt der Arbeitsplätze. Ein krasser Gegensatz zu den frühzeitigen Arbeitgeberangeboten, die nicht einmal annähernd den Erwartungen gerecht werden.
Mit Trommeln, Ratschen und einem Feuerwerk haben die Arbeiter gegen mögliche Werksschließungen protestiert. Auf den Plakaten war klar zu lesen: „Schließt keine Werke!“ Das geht unter die Haut. Viele der Menschen hier sind bereit, für ihre Jobs zu kämpfen. Die IG Metall hat Beschäftigte mehrerer Audi-Schichten sowie von Zulieferern wie KS Pistons und KS AluTech mobilisiert. Es ist ein beeindruckendes Bild von Solidarität und Entschlossenheit, das sich hier bietet. Um 10 Uhr startet eine gemeinsame Kundgebung in der Hafenstraße, und bereits um 9:30 Uhr ziehen die ersten Demonstrationszüge von Tor 6 der AUDI AG los.
Die Forderungen sind klar
Die IG Metall fordert für die rund 900.000 Beschäftigten in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie fünf Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber hingegen haben bisher lediglich eine Einmalzahlung und eine Lohnerhöhung von 1,3 Prozent im Jahr 2028 in Aussicht gestellt. Ein Angebot, das sich wie ein Tropfen auf den heißen Stein anfühlt. Im Hintergrund, und das muss man sagen, plagen die Beschäftigten die Pläne des Volkswagen-Konzerns, die Produktionskapazitäten zurückzufahren und Stellen abzubauen. Die Zukunft des Audi-Werks in Neckarsulm steht auf der Kippe; ohne ein tragfähiges Konzept könnte die Produktion bereits 2034 zum Erliegen kommen.
Der Druck auf Audi ist enorm. Weniger verkaufte Fahrzeuge, insbesondere aufgrund von Problemen in China und US-Zöllen, haben im dritten Quartal einen kräftigen Gewinnrückgang zur Folge gehabt. Das wirft Fragen auf: Wie lange kann das Unternehmen noch auf die Füße kommen, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so unsicher sind? Und was passiert mit den vielen Arbeitsplätzen? Die Mitarbeiter sind nicht nur besorgt um ihre Zukunft, sie möchten auch für die nächsten Generationen von Arbeitskräften einen stabilen Arbeitsplatz schaffen.
Vorträge und Redner
Bei der Kundgebung werden Redner wie Nadine Boguslawski, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, und Alexander Reinhart, Betriebsratsvorsitzender der AUDI AG, zu Wort kommen. Auf eine Art und Weise, die nicht nur auf die aktuellen Sorgen eingeht, sondern auch Hoffnung und Perspektiven aufzeigt. Das ist wichtig, denn was den Menschen hier am meisten fehlt, ist nicht nur ein besserer Lohn, sondern auch Sicherheit in ihrer beruflichen Existenz. Die IG Metall hat bereits in den ersten Verhandlungsrunden zwischen der Gewerkschaft und dem Arbeitgeberverband Südwestmetall keine nennenswerte Annäherung feststellen können. Die Gespräche stehen auf der Kippe.
Ein Blick in die Zukunft
Die Tarifrunde 2026 ist noch nicht abgeschlossen. Die dritte Runde der Tarifverhandlungen hat begonnen, und viele hoffen, dass die Arbeitgeber endlich einen vernünftigen Vorschlag auf den Tisch legen. Aber zurzeit sieht es nicht danach aus. Stattdessen wollen die Arbeitgeber die Möglichkeit zur Differenzierung von Zahlungen ausweiten und eine tarifliche Verpflichtung für Gespräche über Themen wie Krankenstände und künstliche Intelligenz einführen. Die IG Metall sieht das Arbeitgeberangebot jedoch als nicht verhandelbar an. Der Druck steigt, und die Beschäftigten sind bereit, sich Gehör zu verschaffen.
In einer Branche, die sich im ständigen Wandel befindet, ist es wichtiger denn je, dass die Stimmen der Arbeiter gehört werden. Die IG Metall hat klare Vorstellungen: mehr Lohn, Sicherheit der Arbeitsplätze und die Sicherstellung von Ausbildungsplätzen für die Zukunft. Hier in Neckarsulm, im Herzen der Automobilindustrie, wird ein Beispiel gesetzt. Der Kampf um die Rechte der Beschäftigten ist noch lange nicht vorbei, und die Menschen hier sind bereit, ihn zu führen.
