Stuttgart, eine Stadt voller Geschichte und Kultur, wird bald zum Schauplatz einer der wohl faszinierendsten Ausstellungen der letzten Jahre. Vom 24. Oktober 2026 bis 9. Mai 2027 lädt das Linden-Museum in der Hegelplatz 1 in Stuttgart zur Erkundung der mysteriösen Welt der Zombies ein. Die Ausstellung mit dem Titel „Zombies. Die Ursprünge“ beleuchtet die kulturellen, religiösen und historischen Hintergründe der Zombie-Figur und deren Entwicklung bis hin zur modernen Popkultur. Dabei wird der Ursprung des Begriffs „zombi“ im haitianischen Vodou beleuchtet, einer Religion, die tief in west- und zentralafrikanischen, indigenen sowie katholischen Traditionen verwurzelt ist.

Eines der Hauptmerkmale der Ausstellung ist die „Armee der Schatten“, bestehend aus fast lebensgroßen, rot-schwarzen Ritualfiguren der haitianischen Bizango-Geheimgesellschaft. Diese beeindruckenden Figuren, die leere Augen, Totenschädel, Hörner und Spiegel tragen, sind nicht nur Kunstwerke, sondern auch Objekte von tiefgreifender symbolischer Bedeutung. Sie werden in Tempeln und Heiligtümern für Schutz und Rituale verwendet und stehen in direktem Zusammenhang mit der Rechtsprechung und Bestrafung in der haitianischen Gesellschaft. Berichten zufolge beinhalten einige dieser Figuren sogar menschliche Überreste – das ist schon ein bisschen gruselig, oder?

Von der Mythologie zur Popkultur

Die Ausstellung behandelt auch die düstere Geschichte des haitianischen Vodou, das seit den 1930er-Jahren zunehmend von Hollywood in eine andere Richtung gelenkt wurde. Mit Filmen wie „Die Nacht der lebenden Toten“ von George A. Romero wurde die Figur des Zombies als menschenfressendes Monster popularisiert, weit entfernt von ihren ursprünglichen kulturellen Wurzeln. Der Zombie-Mythos hat sich in der westlichen Welt verselbstständigt und wird oft falsch dargestellt. Tatsächlich steht die Vorstellung des Zombies im engen Zusammenhang mit der Versklavung während der europäischen Kolonialherrschaft und dem Verlust der Identität und Freiheit.

Ein weiteres Highlight der Ausstellung sind die Nachbildungen eines haitianischen Friedhofs mit Gräbern, verwitterten Holzkreuzen, Opfergaben und Zaubermitteln. Hier wird deutlich, wie die Lebenden und die Toten in der Vodou-Religion miteinander verbunden sind. Diese Verbindung spiegelt sich auch in den Vodou-Puppen wider, die entgegen der Hollywood-Darstellungen nicht dazu dienen, anderen mit Nadeln Schmerzen zuzufügen, sondern vielmehr Schutz bieten und spirituelle Kräfte aktivieren sollen.

Ein umfassendes Begleitprogramm

Das Linden-Museum hat ein reichhaltiges Begleitprogramm für die Ausstellung zusammengestellt. Besonders interessant sind die Führungen – regulär und auch spezielle Themenführungen, bei denen man mehr über die Hintergründe der Zombies und deren kulturelle Bedeutung erfährt. Am 1. November wird beispielsweise der Día de los Muertos gefeiert, und am 6. November hält Prof. Dr. Inés de Castro einen Vortrag über die haitianischen Wurzeln der Zombies. Für Filmfans gibt es am 14. November eine Dokumentarfilmaufführung über Haiti und seine Kolonialgeschichte.

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Im Jahr 2027 geht das Programm weiter mit spannenden Ereignissen wie der „Zombie-Party“ und verschiedenen Workshops. Das Linden-Museum verspricht, ein wahrhaft lebendiges Erlebnis zu bieten, das weit über die Grenzen eines typischen Museumsbesuchs hinausgeht.

Die Eintrittspreise sind durchaus erschwinglich: Regulär 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, und für Familien gibt es ein Kombiticket für 36 Euro. Zudem ist der Eintritt samstags von 10 bis 12 Uhr für alle kostenlos, was eine tolle Gelegenheit für Familien und Kinder bis 18 Jahre darstellt, die Ausstellung zu besuchen. Ein kleines Highlight: Die Führungen sind ebenfalls mit einem minimalen Aufpreis von 5 Euro zu haben und bieten tiefergehende Einblicke in die faszinierende Welt der Zombies und des haitianischen Vodou.

Die Ausstellung „Zombies. Die Ursprünge“ im Linden-Museum ist nicht nur ein Fest für die Sinne, sondern auch eine Einladung, sich mit den komplexen Themen der Kolonialgeschichte, der Identität und dem Glauben auseinanderzusetzen. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall – auch für alle Skeptiker, die noch nie etwas mit dem Thema anfangen konnten. Man könnte sagen, es ist einfach nur geil, in die Welt der Zombies einzutauchen!