Heute ist der 22.10.2026, und in Stuttgart gibt es wieder einmal eine spannende, aber auch besorgniserregende Situation. Eine Weltkriegsbombe wurde in Sinzheim bei Baden-Baden gefunden, was dazu führt, dass die Autobahn A5 am Abend komplett gesperrt wird. Die Sperrung betrifft die Strecke zwischen den Anschlussstellen Bühl und Baden-Baden und wird voraussichtlich ab etwa 19:30 Uhr in Kraft treten. Wer also plant, dort entlang zu fahren, sollte sich besser eine andere Route suchen!

Der Sprengkörper wurde von einem Baggerfahrer entdeckt, der am Morgen in der Nähe einer Gemeinschaftskläranlage arbeitete. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat bereits die Entschärfung für gegen 20:00 Uhr angesetzt. In einem Umkreis von einem Kilometer um den Fundort müssen die Anwohner ihre Häuser verlassen – wie viele genau betroffen sind, steht noch nicht fest. Es ist schon verrückt, dass auch mehr als 80 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg solche Gefahrenquellen immer noch in unserer Nähe lauern.

Die Realität der Bombenfunde in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg ist ein Bundesland, das von der Geschichte des Zweiten Weltkriegs stark geprägt ist. Schätzungen zufolge wurden hier rund 100.000 Tonnen Munition abgeworfen, und die Gefahr von Blindgängern ist nach wie vor real. Tatsächlich detonierten schätzungsweise 10 bis 15 Prozent der abgeworfenen Bomben nicht. Das bedeutet, dass weiterhin viele solcher gefährlichen Überreste in Böden und Gewässern vermutet werden.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg (KMBD) ist in dieser Hinsicht ein wahrer Held. Allein im vergangenen Jahr führten sie 930 Einsätze durch und bargen dabei rund 18,8 Tonnen Kampfmittel und Munition. Im Jahr 2024 waren es 811 Einsätze mit 16,6 Tonnen. Die Funde kommen oft von Baustellen, Privatgrundstücken oder sogar aus freier Natur. Wenn man bedenkt, dass die ersten fachlich besetzten Sprengkommandos bereits 1946 ins Leben gerufen wurden, ist es bemerkenswert, wie viel Arbeit in der Bergung und Entschärfung der Bomben steckt.

Der Alltag der Kampfmittelbeseitiger

Aktuell sind beim KMBD 33 Personen beschäftigt, darunter neun Feuerwerker und zwölf Munitionsarbeiter, die rund um die Uhr einsatzbereit sind. Wenn es darum geht, blindgänger zu entschärfen oder zu sprengen, haben die Fachleute nicht nur viel Wissen, sondern auch eine gehörige Portion Mut. Übrigens, die zentralen Waffenannahmestellen nahmen 2025 rund 26.100 Waffen und mehr als 36,2 Tonnen Munition entgegen. Das ist eine Menge! Und das alles, während sie auch darauf achten müssen, dass die Funde sicher transportiert und vernichtet werden.

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Ein weiterer interessanter Punkt ist die Zunahme der Einsätze, die durch Magnetanglerinnen und -angler ausgelöst werden. Die Funde, die sie ans Licht bringen, erfordern häufig den sofortigen Einsatz des KMBD. Oftmals können Laien den Zustand dieser Kampfmittel nicht richtig einschätzen, was die Gefahr erhöht. Wenn es zu einer Selbstdetonation kommt, muss schnell gehandelt werden – und das kann zu umfangreichen Evakuierungen führen.

Was mir immer wieder durch den Kopf geht: Wie viel Geschichte steckt in unserem Boden? Die ganzen Bomben, die während des Krieges abgeworfen wurden, erzählen Geschichten, die uns heute noch betreffen. Und während wir in Stuttgart und Umgebung unser Leben leben, gibt es da unten, unter unseren Füßen, so viel, das uns an die dunklen Zeiten erinnert. Es ist fast surreal.

Insgesamt bleibt der Umgang mit diesen historischen Relikten eine große Herausforderung, und die Arbeit des KMBD ist unverzichtbar. Es ist beruhigend zu wissen, dass Experten Tag und Nacht bereitstehen, um uns zu schützen. Die nächste Zeit wird spannend – und wir sollten alle ein Auge auf die Entwicklungen werfen, besonders wenn es um die Sicherheit auf unseren Straßen geht!