Wasserschaden im Neuen Gymnasium Leibniz: Millionenbetrag und monatelange Schließung drohen
Ein massiver Wasserschaden hat das Neue Gymnasium Leibniz in der Klagenfurter Straße in Stuttgart-Feuerbach ereilt. Am Montagmorgen, dem 19. Oktober 2026, rückte die Feuerwehr mit einem beeindruckenden Aufgebot an, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Wasser, das vom zweiten Obergeschoss bis ins Untergeschoss lief, sorgte für eine beunruhigende Situation. Glücklicherweise blieb niemand verletzt, doch der Schaden, der durch einen technischen Defekt im Gebäude verursacht wurde, ist enorm.
Die Feuerwehr pumpte das Wasser ab, sicherte Schränke und Akten und brachte gemeinsam mit der Schulleitung Möbel und wichtige Dokumente in Sicherheit. Die Stadt Stuttgart schätzt die Schadenshöhe auf einen Millionenbetrag. Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, Isabel Fezer, war vor Ort und informierte sich gemeinsam mit der Rektorin, Melanie Süß, über die aktuellen Schäden. In diesen Tagen wird viel darüber diskutiert, wie es mit dem Schulbetrieb weitergeht.
Monatelange Schließung voraus
Nach ersten Untersuchungen ist klar, dass die betroffenen Räume wegen technischer Prüfungen und Sanierungsarbeiten voraussichtlich mehrere Monate ungenutzt bleiben müssen. Das Schulverwaltungsamt wird die Schadenshöhe weiter bewerten und hat bereits erste Schritte eingeleitet, um eine schnelle Wiederaufnahme des Regelbetriebs zu gewährleisten. Die Stadt prüft derzeit, wo und in welcher Form der Unterricht stattfinden kann – ein kniffliges Unterfangen, wenn man bedenkt, dass die Herbstferien direkt vor der Tür stehen. Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler möglichst nach diesen Ferien wieder Präsenzunterricht erhalten.
Die Stadtverwaltung und die Schulleitung arbeiten intensiv an Übergangslösungen, um den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten. In solchen Situationen zeigt sich erneut, wie wichtig eine gute Planung und Organisation ist. Die weiteren Untersuchungen werden klären, wie es um die Bausubstanz des denkmalgeschützten Bonatzbaus steht. Es ist nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern auch der Erhaltung eines Stücks Geschichte.
Herausforderungen bei der Sanierung
Die Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden ist immer eine Herausforderung. Hier müssen Denkmalschutz, Bauphysik und laufender Schulbetrieb unter einen Hut gebracht werden. Bei Eingriffen in das äußere Erscheinungsbild sind diverse Genehmigungen erforderlich, die je nach Bundesland mehrere Monate in Anspruch nehmen können. Bei so einem alten Bau wie dem Bonatzbau ist die Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege besonders wichtig, um die charakteristische Fassade zu erhalten.
Ein Beispiel dafür sind die Fassadenmaterialien, die sowohl modern als auch historisch angepasst werden müssen – Farbe, Textur, Oberfläche müssen perfekt harmonieren. Wenn das nicht gelingt, kann das Erscheinungsbild des gesamten Gebäudes leiden. Auch brandschutztechnische Anforderungen sind entscheidend, denn eine Schule muss sicher sein. Das bedeutet nicht nur, dass die Materialien nicht brennbar sein sollten, sondern auch, dass die Statik des alten Gebäudes nicht überlastet wird.
In den kommenden Monaten wird sich zeigen, wie die Stadt Stuttgart mit diesen Herausforderungen umgeht. Der Bonatzbau ist nicht nur ein Schulgebäude, sondern auch ein Teil des kulturellen Erbes der Stadt. In dieser Zeit der Unsicherheit ist es wichtig, dass alle Beteiligten zusammenarbeiten, um eine Lösung zu finden, die sowohl die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler als auch die Integrität des Gebäudes gewährleistet. Es bleibt abzuwarten, wie die Stadt Stuttgart die Situation meistern wird – die Augen der Öffentlichkeit sind auf sie gerichtet.
