In Wangen, einem charmanten Teilort von Ostrach, neigt sich eine Ära dem Ende zu. Die Löschgruppe, die seit 157 Jahren Teil des Gemeindelebens ist, wird am 31. Dezember 2026 aufgelöst. Ein trauriges Kapitel, das nicht nur die Feuerwehrleute selbst betrifft, sondern auch das gesamte Dorf. Von einst 13 aktiven Mitgliedern sind nur noch acht übrig geblieben. Das ist nicht genug, um die wichtige Einsatzbereitschaft aufrechtzuerhalten.

Der Rückgang der Mannschaftsstärke hat leider nicht nur Wangen betroffen. Immer mehr Gemeinden in Deutschland sehen sich mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert. Laut einer aktuellen Studie der Technischen Hochschule Nürnberg sinkt die Zahl der ehrenamtlichen Feuerwehrleute, da viele Aktive altersbedingt ausscheiden. Ein Blick auf die demografische Entwicklung zeigt: Es wird immer schwieriger, junge Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen. In Wangen wechseln drei Mitglieder in den aktiven Dienst der Feuerwehr Ostrach. Ein kleiner Hoffnungsschimmer, aber dennoch ein deutlicher Hinweis auf den Schrumpfungsprozess.

Tradition bewahren

Ortsvorsteher Franz Steinhart hat sich in einer bewegenden Ansprache bei den ehemaligen und aktuellen Feuerwehrleuten für ihren unermüdlichen Einsatz bedankt. „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ – dieser Wahlspruch wird in Wangen nicht nur als Satz, sondern als Lebensmotto gelebt. Um die Tradition der Feuerwehr zu bewahren, wird eine historische Feuerwehrgruppe ins Leben gerufen. Diese soll die alten Gerätschaften und das wertvolle Wissen der Feuerwehrgeschichte für zukünftige Generationen sichern. Ein schönes Vorhaben, das die Erinnerungen lebendig halten wird.

Die Geschichte der Feuerwehr in Wangen begann im Jahr 1869, als die Gemeinde aufgrund einer Beanstandung des Bezirksamts Pfullendorf gezwungen war, eine fahrbare Feuerspritze anzuschaffen. Damals hielt man eine solche Anschaffung für zu teuer und entschied sich stattdessen für eine tragbare Druckspritze. Die erste Bestellung bei Mechaniker Gotthard Allweiler in Singen war ein wichtiger Schritt, der den Grundstein für eine lange Tradition legte.

Demografische Herausforderungen

Das Thema demografischer Wandel betrifft nicht nur Wangen, sondern viele Städte und Gemeinden. Eine Studie zeigt, dass in Bayern bis 2041 mit einem Rückgang der aktiven Feuerwehrleute um mindestens ein Drittel gerechnet wird. Die Gründe sind vielschichtig: Das altersbedingte Ausscheiden vieler Aktiver, das sinkende Potenzial junger Menschen und die Tatsache, dass viele Ehrenamtliche im Laufe ihres Lebens häufig das Engagement wechseln. Ein Dilemma, das auch Wangen nicht entkommt.

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Die Herausforderungen sind enorm. Die Kommunen sind dafür verantwortlich, dass eine leistungsfähige und einsatzbereite Feuerwehr gewährleistet ist. Doch die Zahl der Aktiven sinkt, und die Tagesverfügbarkeit ist vielerorts problematisch. Es sind nicht nur die Fahrzeuge und die technische Ausstattung, die zählen, sondern vor allem die Menschen, die bereit sind, ihre Zeit und Energie zu investieren. Feuerwehrleute berichten von ihren Motivationen: helfen wollen, etwas Gutes tun, und gleichzeitig die Freude am Ehrenamt erleben.

Wangen wird in der Zeit bis zur Auflösung der Löschgruppe noch an Übungen teilnehmen, die letzten gemeinsamen Übungen stehen am 3. und 17. Juli 2026 an. Ein passender Abschluss für eine lange Geschichte, die nicht nur von Einsätzen, sondern auch von Freundschaften und Gemeinschaft geprägt war. Die historische Feuerwehr Wangen wird als Untergruppe des Vereins Badenia Wangen geführt. Hier finden sich aktive und ehemalige Mitglieder zusammen, um die Feuerwehrgeschichte zu dokumentieren und zu präsentieren. Es bleibt zu hoffen, dass die Erinnerungen und die Leidenschaft für das Ehrenamt in Wangen lebendig bleiben, auch wenn die aktive Feuerwehr aufhört zu existieren.