Rotheidler Ackerfreunde starten fünfjähriges Naturschutzprojekt für Artenvielfalt in Kofeld
In Kofeld, einem kleinen, aber feinen Ort, sind die „Rotheidler Ackerfreunde“ am Werk. Ein neues Naturschutzprojekt wurde ins Leben gerufen, das auf stolze fünf Jahre angelegt ist. Hier, auf einer großzügigen Fläche von fünf Hektar, soll eine wahre Oase für die Natur entstehen. 45 verschiedene Pflanzenarten sind schon jetzt als Lebensraum und Nahrungsquelle für Insekten, Vögel und Wildtiere vorgesehen. Und wie könnte es anders sein: Die Auswahl ist bunt und vielfältig!
Einige der ausgesäten Pflanzen sind die charmanten Kornblumen, die fröhlichen Wiesenflockenblumen und die Wilde Möhre. Dazu gesellen sich Kulturpflanzen wie Buchweizen, Phacelia und Sonnenblumen. Die Entwicklung der Pflanzen ist spannend – während einige Arten über die gesamte Projektlaufzeit hinweg bestehen bleiben, entfalten andere ihre Pracht erst nach ein oder zwei Jahren. Manche Blühwunder zeigen sich sogar nur im ersten Jahr. Nach der Blüte werden die Pflanzen einfach stehen gelassen, um Platz für neue Triebe im nächsten Jahr zu schaffen. So entsteht eine möglichst ungestörte und geschützte Blühbrache, die die Artenvielfalt in der Region fördert.
Ein gemeinsames Ziel
Besonders hervorzuheben ist die Zusammenarbeit der drei Rotheidler Unternehmen: bellissa HAAS, HAS Technologie und STERK abbundzentrum. Diese Kooperation im Naturschutz hat bereits 2021 mit einem Wildpflanzenacker begonnen. Vor kurzem fand ein Treffen vor Ort statt, bei dem die Beteiligten eine erste Zwischenbilanz zogen. Bodneggs Bürgermeister Patrick Söndgen war ebenfalls dabei und besuchte die engagierten Unternehmen.
Die Geschäftsführer von HAS Technologie, Jochen Eißler und Hans-Peter Blum, berichteten von den Herausforderungen des Rekordsommers, der die Pflanzen mit großer Hitze und Trockenheit konfrontierte – doch sie blühten tapfer weiter! Auf einer Teilfläche breitete sich der Ackerunkraut Weißer Gänsefuß stark aus. Daher wurde im August, nach Genehmigung des Landwirtschaftsamtes, ein Schröpfschnitt durchgeführt. Dieser Schnitt verschaffte den ursprünglich ausgesäten Pflanzen wieder ausreichend Platz und Licht, um weiter gedeihen zu können.
Natur im Einklang mit Landwirtschaft
Klaus Sterk, der landwirtschaftliche Betreiber der Fläche und Geschäftsführer des STERK abbundzentrums, ist ebenfalls Teil dieses spannenden Projekts. Nach fünf Jahren Wildpflanzenacker liegt nun der Fokus auf der langfristigen Entwicklung einer Blühbrache. Diese Initiative ist nicht nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, sondern ein bedeutender Beitrag zum Naturschutz im Allgemeinen.
Die Maßnahme der Anlage von Blühstreifen und Buntbrächen bietet zahlreiche Vorteile: Sichere Brutplätze für Rebhühner und andere Feldvögel werden geschaffen, und auch Feldhasen und Insekten finden hier Nahrungs- und Rückzugsräume. Ein reichhaltiges Blüten-, Nektar- und Pollenangebot zieht nicht nur Bienen und Hummeln an, sondern fördert auch Nützlinge wie Schwebfliegen und parasitoide Wespen. So wird die Artenvielfalt in der Region spürbar verbessert.
Das Projekt ist ein Paradebeispiel dafür, wie Landwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand gehen können. Wenn solche Initiativen erfolgreich umgesetzt werden, bleibt der Wunsch nach einer intakten Natur und einer lebendigen Kulturlandschaft nicht unerfüllt – und das ist doch einfach nur großartig!
