Am Freitagabend, dem 28.09.2025, fand in Wangen die dritte Critical Mass unter dem Motto „Sicherer Schulweg“ statt. Diese Fahrraddemo wurde vom Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen Wangen-Amtzell-Achberg organisiert, um auf die Sicherheit der Schulwege zum Schuljahresanfang aufmerksam zu machen. Insgesamt 45 Teilnehmer, darunter viele Kinder, radelten eine Stunde lang durch die Stadt und setzten ein Zeichen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.
Die Demonstration wurde von zwei Polizisten begleitet, die für die Sicherheit der Radler sorgten. Auf ihrer Route passierten die Teilnehmer mehrere Schulen, die häufig von Schülern genutzt werden. Anwohner am Danneckerweg äußerten, dass dieser Schulweg als einer der gefährlichsten gilt.

Die Teilnehmer der Critical Mass erhielten viel Zuspruch von Passanten, die ihnen zuwinkten und applaudierten. Besonders markant war der Auftritt von Rolf Maier, einem 60-jährigen Lehrer, der zum ersten Mal an einer solchen Fahrraddemo teilnahm. Er wollte ein klares Zeichen für die Schüler setzen. Neunjährige Rosa, eine Viertklässlerin, berichtete von einer gefährlichen Situation, die sie an einer Fußgängerampel erlebt hatte.

Forderungen nach sichereren Schulwegen

Initiator der Veranstaltung, Christian Schlumpberger, betonte die Notwendigkeit, Radfahren in Wangen sicherer und attraktiver zu gestalten. Klaus Häring-Becker wies auf die Bedeutung der Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger bei zukünftigen Bauprojekten hin, insbesondere am kritischen Bahnübergang. Schlumpberger zeigte sich mit der Resonanz der Veranstaltung zufrieden und freute sich über die rege Teilnahme vieler Kinder. Teilnehmerin Rebecca Mennig äußerte zudem, dass in Wangen oft nur an Autofahrer gedacht wird und forderte mehr Fahrradstraßen für die Stadt.

Die Forderungen nach sicheren Schulwegen sind Teil einer größeren Bewegung, die europaweit mobil macht. Laut kinderaufsrad.org haben mehr als 125.000 Menschen europaweit an den Aktionswochen „Straßen sind für alle da” teilgenommen, wovon alleine über 50.000 in Deutschland demonstrierten. Diese Aktionen fanden in mehr als 550 Orten und rund 20 Ländern statt und hatten das Ziel, sichere Schulwege, kinderfreundliche Mobilität und lebenswertere Städte zu fordern.

Die Bewegung Kidical Mass, die sich für sichere Straßen für Kinder einsetzt, wird durch das Clean Cities Städteranking 2025 unterstützt, welches zeigt, dass deutsche Städte in der kinderfreundlichen Infrastruktur hinterherhinken. Mangel an geschützten Radwegen und die Tatsache, dass Tempo 30 oft die Ausnahme ist, sind nur einige der Herausforderungen, die nach wie vor bestehen. Die StVO-Novelle 2024 gibt Städten zwar mehr Handlungsspielraum, fordert jedoch auch klare Zielvorgaben.

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Vergleich zwischen europäischen Städten

Ein Vergleich der kinderfreundlichen Mobilität in 36 europäischen Städten zeigt, dass Städte wie Köln, Berlin, Hamburg und München im Mittelfeld stehen. Spitzenreiter der kinderfreundlichen Mobilität sind Paris, London und Helsinki, die bemerkenswerte Fortschritte erzielt haben. Die aktuelle Studie zu kinderfreundlicher Mobilität ist bereits die dritte Ausgabe seit 2021 und unterstreicht die Notwendigkeit, dringende Maßnahmen zu ergreifen.

Die engagierte Mobilisierung in Wangen und in ganz Europa verdeutlicht den wachsenden Druck auf Städte, die Bedürfnisse der jüngsten Verkehrsteilnehmer ernst zu nehmen und adäquate Lösungen für eine sichere und kinderfreundliche Mobilität zu entwickeln.

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