VfB Stuttgart: Frust nach verpassten Chancen und bitterer Niederlage gegen Hamburger SV
Der VfB Stuttgart hat am vergangenen Samstag beim Hamburger SV eine herbe Niederlage einstecken müssen. Mit 0:1 verlor das Team in einer Partie, die eigentlich mehr für die Schwaben hätte hergeben müssen. Trainer Sebastian Hoeneß machte die mangelnde Chancenverwertung seiner Spieler dafür verantwortlich. „Am Ende geht es um Tore“, erklärte er und die Enttäuschung über die nicht genutzten Möglichkeiten war den Akteuren ins Gesicht geschrieben. Frust machte sich breit, selbst Stürmer Ermedin Demirović konnte seine Emotionen nicht zügeln und zerriss vor Wut sein Trikot.
Es war das 107. Duell zwischen dem Hamburger SV und dem VfB Stuttgart, und beide Mannschaften gingen mit jeweils sechs Punkten in die Partie. Stuttgart startete mutig, mit Bilal El Khannouss und Finn Jeltsch in der Anfangsformation, während beim HSV Miro Muheim und Bilal Nadir für die verletzten Nicolai Remberg und Albert Sambi Lokonga ins Team rutschten. Die Anfangsphase gehörte klar den Schwaben. Deniz Undav hatte gleich in der 9. Minute eine gute Möglichkeit, verfehlte jedoch das Tor nur knapp. Ein weiterer Aufreger kam in der 15. Minute, als Demirović freistehend aus kurzer Distanz daneben köpfte.
Ein Spiel der verpassten Chancen
Nach einer dominanten ersten Hälfte wendete sich das Blatt: Der HSV fand besser ins Spiel und kam in der 26. Minute durch einen gefährlichen Abschluss von Fábio Vieira, der von VfB-Torhüter Dennis Seimen pariert wurde, zu seiner ersten echten Chance. In der 40. Minute knallte Undav den Ball an den Pfosten – das Spiel blieb spannend und zur Halbzeit stand es immer noch 0:0.
Die zweite Hälfte war geprägt von intensiven Duellen. Yussuf Poulsen hatte eine Möglichkeit für den HSV, köpfte jedoch knapp vorbei. Auf der Gegenseite vergab Demirović erneut eine Kopfballchance in der 53. Minute – die Nerven lagen blank. Im direkten Gegenzug traf Poulsen mit einem Flachschuss die Latte, während Heuer Fernandes, der HSV-Torhüter, in der 59. Minute einen Volleyschuss von Undav mit einem Reflex über die Latte lenkte. So sehr sich die Stuttgarter auch mühten, der Ball wollte einfach nicht ins Netz.
Der entscheidende Moment
Nach mehreren Wechseln blieb das Spiel offen, doch in der 88. Minute war es dann soweit: Albert Grønbæk bediente Zakaria El Ouahdi, der auf Miro Muheim ablegte. Aus 25 Metern ließ Muheim es richtig krachen und traf mit einem Schuss von 116,74 km/h ins rechte obere Eck. Ein Treffer, der für den HSV den dritten Sieg in Folge sicherte und den VfB in tiefe Gedanken über seine Effizienz stürzte.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Stuttgart hatte einen Wert von 2,67 erwarteten Toren, während der HSV nur 0,93 erwartete. Hier sieht man das Dilemma – Chancen waren da, aber die Umsetzung fehlte. Währenddessen zeigten sich die Schwaben in der Defensive stabil, doch die fehlende Durchschlagskraft vor dem Tor blieb unübersehbar. Josha Vagnoman, der schnellste Spieler des Spiels, sprintete mit 34,41 km/h über den Rasen, doch auch das brachte keine Wende.
Mit diesem Spiel wird die Stimmung bei den Schwaben nicht besser. Die Rückkehr nach Stuttgart wird von Frust begleitet, und das Bild von einem zerrissenen Trikot wird wohl noch lange im Kopf der Spieler bleiben. Ein Weckruf, der dringen nötig ist, wenn man in dieser Saison noch etwas erreichen will.
