Stuttgarter Strommarkt: Neukundenboni als Falle für Bestandskunden
Heute ist der 21. Oktober 2026, und wir werfen einen Blick auf die Strömungen im Stuttgarter Strommarkt. Der Hype um Neukundenboni und Einstiegspreise ist ungebrochen, doch die Falle schnappt oft nach einem Jahr zu. Viele Anbieter spielen mit verlockenden Angeboten, die sich jedoch schnell als Fata Morgana entpuppen können. Wer sich nicht rechtzeitig informiert und vergleicht, zahlt schnell drauf – und das nicht zu knapp.
Eine Auswertung von über 2.300 Preisanpassungsschreiben zwischen 2022 und 2025 hat ergeben, dass in drei von vier Fällen die Preise für Bestandskunden nach dem ersten Jahr sprunghaft angestiegen sind. Im Schnitt mussten sie 13 Cent mehr je Kilowattstunde bezahlen, was für viele Haushalte eine unangenehme Überraschung mit sich brachte. Besonders schmerzhaft ist es, wenn man erfährt, dass Bestandskunden im Durchschnitt 47 Prozent mehr zahlen als die neuen Kunden, die mit verlockenden Bonussen umworben werden. Einmal in die Fänge der Anbieter geraten, scheint ein Wechsel oft unmöglich, vor allem für die, die wenig digital unterwegs sind.
Die Tücken der Flexibilität
Eine von Octopus Energy initiierte Kampagne mit dem Titel „Anlocken & Abzocken“ macht auf die Missstände aufmerksam. Sie fordert unter anderem einen Preisdeckel für Bestandskunden und regelmäßige Kontrollen durch die Bundesnetzagentur. Komischerweise ist Octopus selbst nicht ganz unschuldig und hat in den letzten Monaten Preiserhöhungen bekannt gegeben – auch hier in Stuttgart von 34,41 auf 38,50 Cent je Kilowattstunde. Das Unternehmen begründet dies mit den gestiegenen Strombeschaffungskosten aufgrund des Iran-Kriegs. Ob das wirklich der Grund ist, bleibt fraglich. Schließlich liegen die Großhandelspreise für Strom seit Kriegsbeginn zeitweise über dem Jahresanfangsniveau.
Für Verbraucher ist es wichtig, die Preisgarantien im Auge zu behalten. Ein Blick auf die Grundversorgung zeigt, dass diese seit November 2022 für alle Kunden eines Grundversorgers einheitlich ist. Wer sich also nicht mit ständigen Wechseln herumschlagen will, könnte hier eine solide Option finden. In einer Umfrage gaben 85 Prozent der Befragten an, dass sie eine Pflicht zur Information über günstigere Tarife für Bestandskunden befürworten. Das klingt doch nach einer vernünftigen Idee, oder?
Die Kunst des Vergleichens
Wenn ihr also zu den 18 Prozent der Haushalte gehört, die in der Grundversorgung sind, müsst ihr unbedingt aufpassen. Laut einer Umfrage wechseln Haushalte mit weniger als 1.500 Euro Nettoeinkommen seltener, während diejenigen, die mehr verdienen, eher bereit sind, sich umzuschauen. Das zeigt sich auch bei den Tarifen: Wer einen Anbieterwechsel in Betracht zieht, sollte sich dabei nicht von den Boni blenden lassen. Oft sind Tarife ohne Bonus langfristig günstiger. Im ersten Jahr mag der Neukundenbonus verlockend erscheinen, doch ab dem zweiten Jahr wird es in vielen Fällen teuer. Ein Beispiel: Ein Tarif mit einem Neukundenbonus könnte zunächst 790 Euro kosten, während ein Tarif ohne Bonus bei 840 Euro liegt. Langfristig ist der Bonus-Tarif jedoch 150 Euro pro Jahr teurer!
Beim Vergleich ist es wichtig, realistische Verbrauchswerte anzugeben und auch die Preise nach dem ersten Jahr im Blick zu behalten. Anbieter neigen dazu, Neukunden bessere Konditionen anzubieten, und das nicht ohne Grund. Es geht darum, die Kunden zu binden, bevor die Preise anziehen. Ein bisschen „Bonushopping“ kann helfen, die besten Tarife zu ergattern, aber Achtung: Anbieter können wechseln ablehnen, wenn man als Vielwechsler bekannt ist.
Fazit für die Stuttgarter
In Stuttgart ist die Grundversorgung aktuell günstiger als viele der Neukundentarife. Das bedeutet, dass ein bisschen Weitsicht und Recherche sich auszahlen können. Wer nicht wechselt, sollte sich zumindest über die eigenen Verträge informieren und rechtzeitig reagieren. Preiserhöhungen müssen einen Monat im Voraus angekündigt werden – also Augen auf! Das klingt nach einer langweiligen Pflicht, aber es kann sich wirklich lohnen, wenn man ein paar Euro sparen möchte. Und das sind schließlich auch ein paar gute Biergartenbesuche mehr, oder?
