Die österreichische Schriftstellerin Natascha Gangl hat den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis 2025 gewonnen. Die Entscheidung der Jury wurde am 29. Juni 2025 bekannt gegeben und stellt einen bedeutenden Moment in der literarischen Landschaft dar. Gangl setzte sich mit ihrem poetischen Text „DA STA“ („Der Stein“) gegen 13 Mitbewerber durch und erhält somit ein Preisgeld von 25.000 Euro. Ihr Text behandelt ein NS-Verbrechen, das gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in ihrer Heimat nahe der slowenischen Grenze verübt wurde. Stuttgarter Nachrichten berichtet, dass die Jurorin Brigitte Schwens-Harrant den Text als „unfassbar präzise gestaltet“ lobte.

Natascha Gangl, 39 Jahre alt, hebt in ihrem Werk zentrale Fragen des Erinnerns und Vergessens hervor. Sie thematisiert den Gedenkstein für erschossene Juden und nutzt dafür eine kunstvolle Sprachtechnik, die durch Dialekt-Passagen und Naturbeobachtungen eine dichte Atmosphäre erzeugt. Diese Merkmale beeindruckten die Jury, die die poetische Form des Textes besonders hervorhob. Außerdem beschreibt Gangl ihre Arbeit als eine Mischung aus Prosa, Essays und Sprechtexten und hat gemeinsam mit der Band Rdeca Raketa ein neues Hörstück-Format namens „Klangcomic“ entwickelt. Laut Deutschlandfunk erfreute sich das Publikum bei der Bekanntgabe der Preisverleihung großer Aufmerksamkeit.

Literarische Auszeichnungen und Ehrungen

Der Ingeborg-Bachmann-Preis wird von der Stadt Klagenfurt gestiftet und erinnert an die bedeutende österreichische Literatin Ingeborg Bachmann. Im Vorjahr gewann Tijan Sila den Preis für seinen Text „Der Tag, an dem meine Mutter verrückt wurde“. Neben dem Bachmann-Preis wurde auch der Deutschlandfunk-Preis vergeben, welcher mit 12.500 Euro dotiert ist. Dieser ging an Boris Schumatsky für seinen Text über die Rückkehrunmöglichkeit in seine Geburtsstadt Moskau, betitelt „Kindheitsbenzin“. Stuttgarter Nachrichten berichtet, dass ein Gespräch mit den Preisträgern in der Sendung „Büchermarkt“ ausgestrahlt wird.

Natascha Gangl lebt sowohl in Wien als auch in der Steiermark. Ihre Aufenthalte in Mexiko und Spanien haben offenbar ihre kreativen Ausdrucksformen beeinflusst. Das Interesse an ihrer Arbeit wächst, und die Auszeichnung wird ihren literarischen Werdegang weiter vorantreiben.