Der restaurierte Löwe, der das Dach der Markuskirche im Stuttgarter Süden ziert, ist nach 1,5 Jahren Abwesenheit am Dienstag wieder installiert worden. Die beeindruckende Tierfigur, die aus getriebenem Kupfer gefertigt wurde, misst 2,45 Meter in der Höhe und hat eine Spannweite von 1,90 Metern. Mit einem Gewicht von etwa 250 Kilogramm bringt der Löwe nicht nur künstlerischen Wert, sondern auch eine symbolische Bedeutung mit sich, als Teil der historischen Architektur dieser einzigartigen Kirche.

Die Markuskirche, erbaut zwischen 1906 und 1908 von dem württembergischen Kirchenarchitekten Heinrich Dolmetsch, zählt zu den ersten Gotteshäusern in Deutschland, die in Stahlbeton konstruiert wurden. Diese innovative Bauweise und der Jugendstil, in dem die Kirche gestaltet ist, machen sie zu einem architektonischen Unikat in Stuttgart. Der Löwe selbst, geschaffen von Bildhauer Hermann Lang im Jahre 1909, wurde zuletzt vor über 20 Jahren restauriert und zeigt nun nach einer umfangreichen Überholung seine strahlende Pracht.

Restaurationsgeschichte

Die zurückliegende Restaurierung des Löwen war notwendig geworden, da Wind und Wetter dem Tier im Laufe der Jahre stark zugesetzt hatten. Besondere Bedenken bestanden hinsichtlich seiner Standfestigkeit. Dazu wurde der Löwe im Dezember 2023 abgenommen und auf Risse im Kupferblech untersucht. Kunstschmied Martial Herbst aus Beilstein-Maad führte die Restaurierung durch, die insgesamt rund 150 Stunden in Anspruch nahm. Die Installation am Dienstag wurde mit einem Kran bewerkstelligt und von Michael Schrem, dem Vorstand der AeDis AG, überwacht.

Die Markuskirche selbst ist nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch ein Stück Stuttgarter Geschichte. Wichtige Ereignisse wie das Stuttgarter Schuldbekenntnis im Oktober 1945, welches durch eine Predigt von Martin Niemöller vorbereitet wurde, fanden hier statt. Dieser historische Kontext verleiht dem Ort zusätzlich Bedeutung. Ein goldener Löwe, der über dem westlichen Langhausgiebel thront, symbolisiert den Evangelisten Markus und ist ein weiteres Zeichen für die künstlerische Anstrengung im Bau dieser Kirche.

Architektonische Merkmale

Die Markuskirche zeichnet sich durch ihre dreischiffige Hallenstruktur und das beeindruckende Tonnengewölbe im Innenraum aus. Romanische Elemente wie Säulen am Hauptportal und Rundbogenfenster finden sich auch am Außenbau. Auch die Kanzelintarsien von Rudolf Yelin d. Ä. und der Altarschmuck in kunstgewerblichem Leder sind bemerkenswerte Details der Ausstattung. Die Orgel, erbaut 1908 von der Orgelbaufirma E. F. Walcker & Cie., umfasst heute 60 Register und wird regelmäßig umgestaltet, was das musikalische Erlebnis in der Kirche unterstreicht.

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Mit der Rückkehr des Löwen wird ein weiteres Stück Geschichte lebendig, und die Markuskirche erstrahlt in neuem Glanz. Die Evangelische Kirchengemeinde Markus-Haigst, die die Kirche nutzt und deren Gelände an den bedeutenden Fangelsbachfriedhof grenzt, kann sich somit auch in Zukunft über das eindrucksvolle Wahrzeichen freuen.

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