Am 24. Juni 2025 fand am Stuttgarter Schlossplatz ein Protest von etwa 20 Klimaaktivisten statt. Die Veranstalter der Protestaktion kritisierten eine im Neuen Schloss stattfindende Konferenz, die von der dänischen Botschaft, dem dänischen Umwelt- und Energieministerium sowie den baden-württembergischen Ministerien für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus und für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft organisiert wurde. Das Thema der Konferenz war die grenzüberschreitende CO2-Infrastruktur.
Zwei Aktivisten kletterten am frühen Morgen an Fahnenmasten und hissten ein Plakat, auf dem „CCS-Au$rede fürs Weiter $o“ zu lesen war. Der Protest begann um 10:30 Uhr und richtete sich hauptsächlich gegen die dänische Delegation, die große Mengen CO2 einlagern möchte. Unter den Protestierenden war auch Fritz Mielert, Umweltreferent des BUND Baden-Württemberg, der Zweifel an der Sicherheit von CO2-Lagern äußerte.
Protest gegen CO2-Lagerung
Während der Demo skandierten die Aktivisten den dänischen Slogan „Nej tak“, was übersetzt „Nein, danke“ bedeutet. Die Kritik der Aktivisten richtete sich gegen die Strategie Dänemarks, welche große Mengen CO2 in der Nordsee lagern möchte. Greenpeace berichtet, dass die Kosten für die Abgas-Infrastruktur in Deutschland über 80 Milliarden Euro betragen könnten, was die Bedenken der Protestierenden untermauert.
Obwohl der Protest ordnungsgemäß angemeldet war, wurde das Hissen des Plakats von der Polizei nach 30 Minuten als illegal angesehen und entfernt. Diese Maßnahme war Teil eines breiteren Disputs über die Verwendung von Carbon Capture and Storage (CCS), einer Technologie, die von vielen als unzureichend für die Bekämpfung der Klimakrise erachtet wird. Bereits vor 15 Jahren wurde versucht, CCS als Lösung durch die Industrie, insbesondere die Kohle-Lobby, zu präsentieren. Doch der vorgezogene Kohleausstieg in Deutschland hat die Notwendigkeit dieser Technologie erheblich in Frage gestellt. Laut Greenpeace hat kein einziges CCS-Projekt die angestrebten CO2-Abscheidungsraten erreicht.
Die Rolle von CCS im Klimaschutz
Der Weltklimarat (IPCC) hat sich ebenfalls kritisch gegenüber CCS geäußert und hält Carbon Direct Removal (CDR) für unvermeidbar, um Netto-Null-Emissionen zu erreichen. CDR umfasst sowohl technische als auch naturbasierte Verfahren zur CO2-Entnahme aus der Atmosphäre, was im Gegensatz zu CCS steht, das keinen direkten Beitrag zu den erforderlichen Emissionsreduktionen leisten kann. Kritiker argumentieren, dass eine verstärkte Förderung erneuerbarer Energien, anstatt auf CCS zu setzen, der effektivere Weg ist, um gewaltige CO2-Mengen zu reduzieren.
Der Protest auf dem Schlossplatz steht somit nicht nur für die Ablehnung einer einzelnen Veranstaltung, sondern auch für einen fundamentalen Zweifel an den aktuellen Ansätzen zur CO2-Reduktion, was die Debatte über den richtigen Weg im Klimaschutz erneut anheizt.