Seit dem kleinen Fahrplanwechsel am 15. Juni 2025 setzt die Deutsche Bahn (DB) neue Doppelstockzüge des Typs IC2 auf der Gäubahn zwischen Stuttgart, Schwarzwald, Bodensee und der Schweiz ein. Diese Züge sollen den Fernverkehr zwischen Stuttgart und Zürich verbessern, jedoch berichten Bahninteressierte bereits von erheblichen Verspätungen und Ausfällen. Wie die Esslinger Zeitung berichtet, sieht die DB den Zeitraum seit dem Fahrplanwechsel als zu kurz an, um belastbare Zahlen zur Zuverlässigkeit der neuen Züge zu liefern.
Die ersten Einsätze der IC2-Züge verliefen nicht reibungslos. Am ersten Tag kam es zu Verspätungen, und einige Verbindungen fielen komplett aus. Insbesondere der Zug IC 483 musste am 4. März 2025 entfallen, während alternativ der IC 2883 mit einem Stadler-KISS fuhr. Diese Vorkommnisse werfen Fragen zur Effizienz des neuen Betriebes auf, was auch das Augenmerk der Schweizer Politik auf die Situation lenkt.
Geplante Änderungen und zukünftige Unterbrechungen
Ab April 2026 plant die DB, den Betrieb auf der Gäubahn vorübergehend einzustellen, um den Pfaffensteigtunnel fertigzustellen. Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat diese Pläne bereits genehmigt, obwohl Umweltverbände im Februar 2025 Klagen dagegen eingereicht hatten, die abgewiesen wurden. Kritiker, darunter der Verkehrsclub Deutschland (VCD), fordern eine Verschiebung der Baustelle auf Herbst 2026, um Konflikte mit anderen Bauvorhaben zu vermeiden.
Falls die Unterbrechung wie vorgesehen umgesetzt wird, drohen die Schweizer Bundesbahnen (SBB) mit der Einstellung des Fernverkehrs zwischen Zürich und Stuttgart. Die DB soll bis zum 31. März 2025 zusätzliche Umläufe einführen, darunter die Züge IC 281/480 und den IC 2386 von Stuttgart nach Konstanz. Die Wartung der Alstom-Doppelstockzüge ist für den 15. Juni 2025 in Basel vorgesehen.
Fazit und Ausblick
Die Einführung der neuen IC2-Züge auf der Gäubahn hat zwar das Potenzial, den Bahnverkehr zu verbessern, steht jedoch vor bedeutenden Herausforderungen in Bezug auf die Zuverlässigkeit und Planungssicherheit. Die anstehenden Bauarbeiten zur Fertigstellung des Pfaffensteigtunnels rücken die künftige Anbindung zwischen Deutschland und der Schweiz in den Fokus und könnten erhebliche Auswirkungen auf den Fernverkehr haben. Die Eisenbahn.de erklärte, dass die Fertigstellung des Tunnelprojekts für 2032 angedacht ist. Die Herausforderungen, die sowohl Verkehrsunternehmen als auch Fahrgäste betreffen, werden damit voraussichtlich weiterhin im öffentlichen Diskurs bleiben.