Stuttgart: Zahl unversorgter Kitakinder sinkt – neue Vergaberegeln wirken!
Die Situation der Kitaplätze in Stuttgart hat sich signifikant verändert. Laut den aktuellen Zahlen des Jugendamts sind derzeit knapp 1000 Kinder ab vier Jahren ohne Betreuungsplatz. Dies ist ein besorgniserregender Zustand, besonders wenn man bedenkt, dass im April 2024 noch 954 unversorgte Kinder verzeichnet wurden. Viele dieser Kinder stammen aus Geflüchtetenunterkünften, wo der Bedarf an Kitaplätzen besonders groß ist. In Reaktion auf diese Herausforderungen hat die Stadt 2023 die Vergabekriterien für Kitaplätze überarbeitet, um eine gerechtere und bedarfsgerechte Vergabe zu gewährleisten.
Die neuen Kriterien setzen seit dem Sommer 2024 den Fokus auf Bildungsgerechtigkeit und das Kindeswohl. Dies bedeutet, dass bei Punktegleichheit künftig das älteste Kind bevorzugt wird. Zuvor waren vor allem der Beschäftigungsumfang der Eltern maßgeblich. Jugendamtsleiterin Katrin Schulze hat betont, dass durch aktive Maßnahmen die Zahl der unversorgten Kinder gesenkt werden soll. Es besteht die Prognose, dass im nächsten Kitajahr nur noch etwa 200 Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren unversorgt bleiben werden.
Verbesserungen in der Platzvergabe
Die Anpassungen in der Platzvergabe scheinen bereits Wirkung zu zeigen. In mehreren Stadtteilen führt dies zu einer Entspannung der Kita-Situation. Dennoch gibt es in einigen Gebieten weiterhin Unterversorgungen, die eine genauere Analyse erfordern. Derzeit erfolgt die Vergabe der Kitaplätze, die durch den Schuleintritt älterer Kinder frei werden, für die Monate September bis Mitte Januar im kommenden Kita-Jahr. Kinder, die bis zum 15. Februar vollständig angemeldet sind, werden bevorzugt berücksichtigt.
Nach diesem Stichtag erfolgt die Platzvergabe jedoch ohne Absprache zwischen den verschiedenen Trägern. Nach Erhalt eines Platzangebots sind die restlichen Anfragen für 14 Tage inaktiv, was bedeutet, dass keine weiteren Angebote unterbreitet werden. Ein Nachrückverfahren ist bis Ende Juli möglich für Plätze, die nicht angenommen wurden. Es ist auch zu beachten, dass Kinder, die erst ab Mitte Januar das erste oder dritte Lebensjahr vollenden, im Hauptvergabeverfahren kein Platzangebot erhalten, sondern erst im unterjährigen Verfahren berücksichtigt werden.
Insgesamt zeigen die Entwicklungen, dass Stuttgart aktiv daran arbeitet, die Situation der Kitaplätze zu verbessern. Die Stadt setzt auf eine gezielte Platzvergabe, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Familien Rechnung trägt. Damit könnte sich möglicherweise auch die Lebenssituation vieler Familien in der Region erheblich verbessern.
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