Neue Möhrensorte „Möhringer Möhre“ erobert Stuttgarter Gemüsemarkt!
Am Reyerhof in Stuttgart wird derzeit eine vielversprechende neue Karottensorte gezüchtet: die „Möhringer Möhre“. Diese innovative Sorte soll dazu beitragen, die Sortenvielfalt in der Region zu fördern. Der Anbau erfolgt auf einem Ackerstück im Gewann Ried, wo der Reyerhof unter der Leitung von Henrike Polek, die für den Gemüsebau verantwortlich ist, tätig ist. Die Möhringer Möhre wird bisher ausschließlich unter den Mitgliedern der Solidarischen Landwirtschaft verteilt und könnte bald auch breitere Interessierte erreichen, wie Stuttgarter Nachrichten berichtet.
Möhren zählen zu den beliebtesten Gemüsesorten in Deutschland. Laut aktuellen Statistiken lagen sie im Jahr 2022/23 mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 10,6 kg gleich hinter den Tomaten an zweiter Stelle. Im Jahr 2023 wurden ganze 800.000 Tonnen Möhren auf circa 13.500 Hektar in Deutschland geerntet, von denen etwa 144.000 Tonnen aus ökologischem Landbau stammten. Die Hauptanbaugebiete sind Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bayern und Rheinland-Pfalz, jedoch werden Möhren in ganz Deutschland kultiviert. Der Selbstversorgungsgrad liegt bei rund 75 Prozent, was bedeutet, dass die Mehrheit der verkauften Möhren in Deutschland produziert wird, wie Landwirtschaft.de anmerkt.
Tradition trifft Innovation
Die traditionelle Möhre, botanisch bekannt als Daucus carota, hat sich über die Jahre hinweg verändert. Während die ursprünglichen Möhren gelb oder violett waren, dominieren heute orangefarbene Sorten den Markt. Allerdings wächst das Interesse der Verbraucher an alten Sorten, wie der violett-orangefarbenen Sorte ‘Purple Haze’. Dies könnte auch für die Möhringer Möhre von Bedeutung sein, da sie möglicherweise eine Brücke zwischen Tradition und modernen Anbaupraktiken bildet. Die gelungenen Anbaupraktiken im ökologischen Gemüsebau sind dabei entscheidend, um die gewünschten Geschmackseigenschaften zu erreichen und die Vielzahl der Pilzkrankheiten, wie die gefürchtete Möhrenschwärze, zu vermeiden, wie Ökolandbau.de beschreibt.
Die Züchtung der Möhringer Möhre ist nicht nur ein Schritt in Richtung Sortenvielfalt, sondern könnte auch positive Impulse für die regionale Landwirtschaft in Stuttgart setzen. Möhren haben zahlreiche Anbaumöglichkeiten, von tiefgründigen, nährstoffhaltigen Böden bis hin zu Dammkulturen, die separate Anforderungen an die Bewässerung stellen. Der Anbau sollte dabei sinnvoll mit Fruchtfolgen kombiniert werden, um die bodenstehenden Ressourcen optimal nutzen zu können.
Die Zukunft der Möhrenzucht
Für einen erfolgreichen Möhrenanbau sind mehrere Faktoren entscheidend: Eine optimale Saatdichte, die bei 1,3 bis 2 Millionen Samen pro Hektar liegt, sowie die Wahl geeigneter Vorfrüchte. Beispielsweise ist Getreide in Kombination mit einer nachfolgenden Leguminosengründüngung optimal, um einen nährstoffreichen Boden zu schaffen, der den Möhren zu Gute kommt. Anbaupausen von mindestens vier Jahren zu Doldenblütlern sind notwendig, um das Ausbreitungsrisiko von Pilzkrankheiten zu minimieren. Diese Kombination aus Tradition, nachhaltiger Landwirtschaft und fortgeschrittener Züchtung könnte der Schlüssel zur Förderung der Möhrensorte „Möhringer Möhre“ sein und somit zur Sicherung der Möhrenproduktion der Zukunft beitragen.
Mit der Entwicklung dieser neuen Karottensorte wird der Reyerhof nicht nur einen Beitrag zur lokalen Lebensmittelversorgung leisten, sondern könnte auch den Widerstand gegen den Trend der Monokulturen stärken und bleibt gleichzeitig im Gespräch über die Herausforderungen und Chancen in der Landwirtschaft von morgen.
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