Im Kampf gegen Blutkrebs zeigt sich eine besorgniserregende Entwicklung: Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) verzeichnet einen signifikanten Rückgang der Stammzellenspender. Altersbedingte Ausfälle führen dazu, dass immer mehr Menschen aus der Spenderdatei ausscheiden. Im aktuellen Jahr 2025 wurden bis Mitte Juni bereits 150.000 neue Spender aufgenommen, doch gleichzeitig musste die DKMS ebenso viele Abgänge verzeichnen. Dies hat weitreichende Konsequenzen, denn alle zwölf Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs.

Im Jahr 2019 schieden 66.000 Menschen aus Altersgründen aus, ein Trend, der sich in den letzten Jahren verstärkt hat: 2021 waren es 86.000, 2022 bereits 101.000 und für 2025 wird eine Auszahlungszahl von 150.000 erwartet. Besonders dringend wird die Rekrutierung junger Spender unter 30 Jahren, da diese oft angefragt werden und für die Behandlungsfront von größter Bedeutung sind. Vor der Pandemie meldete die DKMS im Jahr 2019 über 688.000 neue Spender. 2023 sank diese Zahl auf nur noch 411.000 und 2024 weiter auf etwa 344.000, was die Dringlichkeit der Situation unterstreicht. Stuttgarter Nachrichten berichtet, dass die DKMS durch Aufklärung an Schulen und digitale Werbekampagnen gezielt junge Menschen zur Registrierung ansprechen möchte.

Herausforderungen bei der Spenderrekrutierung

Mit dem demografischen Wandel in Deutschland wird auch die Zusammensetzung der DKMS-Datenbank zunehmend beeinflusst. Allein im Jahr 2024 scheiden etwa 135.000 Registrierungen altersbedingt aus. Geschäftsführer der DKMS, Stephan Schumacher, hebt hervor, wie wichtig junge Spender für die zukünftige Versorgung von Patienten ist. Blutkrebs ist dabei ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen des blutbildenden Systems, in deren Folge gesunde Blutzellen durch entartete zelluläre Strukturen verdrängt werden, was die lebenswichtigen Funktionen des Blutes beeinträchtigt.

Alle 27 Sekunden erhält weltweit ein Mensch die Diagnose Blutkrebs, was die hohe Bedeutung von Stammzellspenden verstärkt. Jeder gesunde Mensch im Alter von 17 bis 55 Jahren kann sich als Spender registrieren; 17-Jährige werden ab ihrem 18. Geburtstag automatisch in der Datei aktiviert. Stammzellspenden sind bis zum 61. Lebensjahr möglich. Die Registrierung erfolgt durch einen Wangenschleimhaut-Abstrich, der online angefordert werden kann, und die Entnahme der Stammzellen geschieht in der Regel entweder durch periphere Stammzellentnahme oder Knochenmarkentnahme. ZDF heute informiert darüber, dass der Großteil der Spenden (ca. 90%) via peripherer Stammzellentnahme erfolgt.

Die Rolle der DKMS und internationale Perspektiven

Insgesamt sind weltweit über 12,5 Millionen Menschen bei der DKMS registriert, wobei mehr als 7,8 Millionen in Deutschland sind. Bis heute hat die DKMS über 125.000 Stammzellspenden vermittelt. Neben der DKMS existieren 25 weitere Spenderdateien in Deutschland, sodass insgesamt 26 Spenderdatenbanken betrieben werden. Die Verwaltung aller Spenderdaten erfolgt beim Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) in Ulm. Darüber hinaus besteht ein internationales Register (WMDA) mit über 42 Millionen registrierten Personen, wovon rund 30 Prozent bei der DKMS registriert sind.

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Die DKMS steht somit vor der monumental Herausforderung, junge Spender zu motivieren und die verlorenen Registrierungen auszugleichen. Die Maßnahmen zur Spendergewinnung und die Aufklärung über die Bedeutung der Stammzellspende sind essenziell im Rahmen des Kampfes gegen Blutkrebs und für die Zukunft zahlreicher Patienten.

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