Münster-Wolbeck: St. Bernhard-Kirche wird profaniert – Was nun?
Die Kirchengemeinde St. Nikolaus in Münster-Wolbeck hat weitreichende Veränderungen angekündigt, die auch die St. Bernhard-Kirche in Angelmodde betreffen. Am 19. Mai beschlossen Pfarreirat, Kirchenvorstand und Seelsorgeteam im Rahmen intensiver Beratungen, die St. Bernhard-Kirche zu profanieren und zu entwidmen. Dieser Beschluss wurde am Samstag um 18 Uhr auf der Website der Gemeinde veröffentlicht und ist Teil einer umfassenden Anpassung der Pfarrei an die veränderten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Diese Entwicklungen sind nicht nur lokal von Bedeutung, sondern spiegeln auch eine breitere Krise der katholischen Kirche in Deutschland wider, die durch eine Vielzahl von Herausforderungen geprägt ist, wie den Bedeutungsverlust und Rückgang der Gemeindemitglieder. Laut kirche-und-leben.de besuchen derzeit nur 30 bis 40 Personen die Gottesdienste in der St. Bernhard-Kirche, die über 350 Sitzplätze verfügt.
Zusätzlich zur Profanierung der St. Bernhard-Kirche wird das Pfarrhaus von St. Ida aufgegeben, da es einen erheblichen Renovierungsstau aufweist. Pastor Robert Schmäing wird nach Wolbeck umziehen, und das Büro der Verbundleitung folgt ihm. Das Ortsbüro St. Ida wird in die Pfarrbücherei integriert. Pfarrheim und das benachbarte Wohnhaus von St. Bernhard sollen ebenfalls einer alternativen Nutzung zugeführt werden, wobei die Pfarrei auf der Suche nach einem neuen Standort für die Pfarrbücherei ist. Diese Maßnahmen sind Ausdruck einer Konzentration von Ressourcen, um das kirchliche Leben langfristig zu sichern, so Pfarrer Jürgen Streuer, der die schweren Entscheidungen betont hat.
Gesellschaftliche Veränderungen und künftige Pläne
Die Entscheidungen der Kirchengemeinde sind ebenfalls eine Reaktion auf den alternden Bevölkerungstrend und die gesunkenen Einnahmen bei steigenden Kosten. Die Pfarrei plant weiterhin, im Stadtteil präsent zu bleiben, beispielsweise durch ein Familienzentrum, ein Seniorenheim und eine Caritasberatungsstelle. Die aufgeführten Maßnahmen stellen nicht einen Rückzug dar, sondern vielmehr eine strategische Neuausrichtung. Die Pfarrei wird im Jahr 2024 zudem die Altentagesstätte „Haus der Begegnung“ in St. Ida schließen.
Die Profanierung der St. Bernhard-Kirche, die bislang als eine selbstständige Pfarrei fungierte, ist ein symbolträchtiger Schritt, der den Wandel in der katholischen Kirche unterstreicht. Laut wolbeck-muenster.de wird die Erklärung der Pfarrei zur Profanierung auf ihrer Website zum Download bereitgestellt und umfasst zweieinhalb Seiten, in denen die Hintergründe und die zukünftige Ausrichtung erläutert werden.
Gemeindeabend und Austausch
Ein Gemeindeabend, der am 25. Juni um 20 Uhr in der St.-Bernhard-Kirche stattfinden wird, bietet die Gelegenheit für Fragen und den Austausch mit Vertretern des Bistums und der Pfarrei. Dr. Klaus Winterkamp, der Ständige Vertreter des Diözesanadministrators, wird ebenfalls anwesend sein, um die Anliegen der Gemeindemitglieder entgegenzunehmen und zu diskutieren. Die bevorstehenden Veränderungen werden zudem beim Kirchort St. Ida am 19. Juni thematisiert, um eine breite Zustimmung und Verständnis innerhalb der Gemeinde zu fördern.
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