Das Bistum Münster und die Caritas in der Diözese haben eine neue Kampagne ins Leben gerufen, um die dringend benötigten Fachkräfte zu gewinnen und bestehende Mitarbeitende wertzuschätzen. Laut Kirche und Leben zielt die Initiative darauf ab, insbesondere in den Bereichen Tageseinrichtungen für Kinder, Verwaltung, Hauswirtschaft und Pflege qualifiziertes Personal zu finden. Auch die Ausbildung neuer Fachkräfte steht im Fokus der Kampagne.
In einem bemerkenswerten Schritt wurden 33 Mitarbeitende aus dem Bistum als Gesichter der Kampagne ausgewählt und fotografiert. Die Verbreitung erfolgt über Social Media, Anzeigen, Postkarten und Radiospots. Ein neu gestalteter Internetauftritt unter www.kirchentalente.de soll zusätzlich zur Gewinnung von Fachkräften beitragen. Mit rund 100.000 Beschäftigten ist das Bistum Münster einer der größten Arbeitgeber der Region, davon arbeiten etwa 80.000 bei der Caritas.
Dringender Fachkräftemangel
Die alternde Gesellschaft erfordert einen ständigen Anstieg an Pflege- und Gesundheitsdienstleistungen. Zwischen 2020 und 2022 stieg die Zahl der Caritasmitarbeitenden in diesen Bereichen um rund 19.000, doch die Herausforderungen bleiben groß. Fehlzeiten, hoher Krankenstand und steigende Personalkosten belasten viele Einrichtungen. Bei 99,6 Prozent der caritativen Rechtsträger kommen Tarifwerke zur Anwendung, was im Vergleich zu vor zwei Jahren einen Anstieg darstellt.
Wertschätzung und Ausbildung
Die neue Kampagne des Bistums soll nicht nur den Fachkräftemangel lindern, sondern auch eine einheitlichere Kultur der Wertschätzung innerhalb der katholischen Kirche fördern. Workshops und Fortbildungen für Personalverantwortliche sind Teil der Initiative, um ein wertschätzendes Führungsverhalten zu etablieren. Qualifizierte Pflegekräfte können seit 2018 bei der Caritas Gehälter von bis zu 60.000 Euro jährlich verdienen, ungeachtet der bestehenden Herausforderungen.
Die Caritas-Dienstgeber fordern von der Bundesregierung zudem langfristige Finanzierungszusagen und eine konsequente Umsetzung der Pflegereform. Positiv hervorzuheben ist auch, dass viele Caritas-Einrichtungen gute Erfahrungen mit der Beschäftigung von Geflüchteten gemacht haben; 94 Prozent dieser Einrichtungen bewerten deren Einsatz als gelungen. Doch eine mögliche Verschärfung der Migrationspolitik könnte den Fachkräftemangel wieder verschärfen.