Zehntes Benefizkonzert des Flötenquartetts „L’Arte dei Flauti“ begeistert in Mühlhausen-Ehingen
Am 18. September 2025 war die St.-Josefskapelle in Mühlhausen-Ehingen der Ort, an dem Musikliebhaber sich versammelten, um ein ganz besonderes Ereignis zu erleben. Das Flötenquartett „L’Arte dei Flauti“ trat dort bereits zum zehnten Mal auf und feierte gleichzeitig sein zehntes Benefizkonzert zugunsten des Fördervereins „Freunde des Mägdebergs“. Alt-Bürgermeister Hans-Peter Lehmann, der als Vorsitzender des Fördervereins fungiert, hieß die Musiker herzlich willkommen. Und das Publikum war bereit, sich von der Klangvielfalt des Quartetts verzaubern zu lassen.
Delia Melania Varga, Astrid Heider, Carolina Riesle und Berthold Graf – so heißen die talentierten Musiker, die an diesem Abend Werke aus Kammermusik, Tango und Oper präsentierten. Von der hellen Klarheit der C- und Alt-Querflöten bis hin zum warmen, tiefen Klang der Bass-Querflöte – die vier Instrumente schufen eine harmonische Verbindung, die den Zuhörern das Herz aufgehen ließ. Besonders bemerkenswert war das Flötenquartett von Anton Reicha, das die Übergangszeit zwischen Klassik und Romantik widerspiegelte. Hier traten die Musiker in einen Dialog, der die Zuhörer in seinen Bann zog.
Klangvolle Höhepunkte und leidenschaftlicher Tango
Ein weiteres Highlight des Abends war Astor Piazzollas „Milonga del Angel“. Diese Melodie vermittelte die für den Tango typische Mischung aus Lebensfreude, Leidenschaft und einer Prise Melancholie – man konnte die Emotionen fast greifen! Carolina Riesle, die das Programm auch moderierte, kündigte im Verlauf des Konzerts an, dass in den kommenden zwei Jahren zwei weitere Sätze aus John Rutters „Suite Antique“ folgen werden. Diese Ankündigung wurde vom Publikum mit herzlichem Applaus belohnt. Das Werk, ursprünglich für Flöte, Cembalo und Streichorchester geschrieben, erhielt von Astrid Heider eine neue, frische Bearbeitung für vier Flöten, die barocke Klanggestaltung mit modernen Melodien verband.
Und was wäre ein Konzert ohne einen Schuss italienischer Oper? Rossinis Ouvertüre zur „Die Italienerin in Algier“ wurde mit solch einer Energie und rhythmischer Präzision gespielt, dass man das Gefühl hatte, selbst Teil der Aufführung zu sein. Die rasanten Sechzehntelläufe wurden klar und präzise vorgetragen, was die Fingerfertigkeit der Musiker eindrucksvoll zur Schau stellte. Es war ein Abend voller musikalischer Höhepunkte, der die Zuhörer mit auf eine Reise durch verschiedene Klangwelten nahm.
Eine Tradition des Flötenquartetts
Der Begriff Flötenquartett bezeichnet übrigens eine kammermusikalische Besetzung, in der vier Flötisten zusammenkommen. Diese Formation ist besonders für Amateurmusiker geeignet, was sie zu einer beliebten Wahl macht. Im 18. Jahrhundert erlebte diese Besetzung eine Blütezeit, und auch heute noch erfreuen sich Werke für Flötenquartett großer Beliebtheit.
Die bekanntesten Werke stammen von Komponisten wie Wolfgang Amadeus Mozart, Anton Reicha und Joseph Haydn. Letzterer wird oft mit seinen Quartetten in Verbindung gebracht, die für Flöte und Streichtrio geschrieben wurden. Während des Konzerts wurde die Tradition dieser Form bewahrt und gleichzeitig modern interpretiert. Das Flötenquartett „L’Arte dei Flauti“ zeigt, dass diese Kunstform lebendig und relevant bleibt.
Die Kombination aus Leidenschaft, Können und der Freude am Musizieren war an diesem Abend deutlich spürbar. Es war nicht nur ein Konzert, sondern ein Fest der Musik, das die Herzen der Zuhörer berührte und sie mit einem Gefühl der Verbundenheit und der Freude zurückließ. Es bleibt zu hoffen, dass solche musikalischen Erlebnisse auch in Zukunft in Mühlhausen-Ehingen stattfinden werden.
