In Mühlhausen, wo die Luft nach frischem Rasen riecht und die Fans voller Vorfreude auf die nächste Partie sind, hat die TSG Balingen kürzlich einen Punkt gewonnen. Nach zwei Niederlagen in Folge endete das Spiel gegen den 1. FC Mühlhausen torlos. Glücklich, könnte man sagen, denn die Gastgeber hatten die klareren Chancen und ließen die TSG oft recht blass aussehen. TSG-Trainer Michael Schilling war mit dem Auftritt seiner Mannschaft alles andere als zufrieden. „Schwach und zerfahren“ nannte er die Darbietung, und auch die Struktur im Spiel ließ zu wünschen übrig. Es war nicht die Art von Fußball, die man sich wünschen würde.

Ein weiteres Problem, das Schilling anspricht, ist die mentale Verfassung seiner Spieler. Die Gedanken kreisen stark um die Tabelle, was die Mannschaft hemmt. Statt mutig nach vorne zu spielen, scheinen viele Spieler gehemmt durch den Druck. Ein Spagat zwischen Fehlervermeidung und offensivem Spiel, der momentan eher selten gelingt. Nach dem Abstieg aus der Regionalliga Südwest war der Neustart im oberen Tabellendrittel geplant, aber das Team steckt tief im Tabellenkeller fest. Rückschläge wie die Derby-Niederlage gegen Holzhausen haben die Lage weiter verschärft.

Auf der Suche nach Spielglück

Mittelfeldspieler Ivo Colic, der nach der Derby-Niederlage einen kühlen Kopf bewahren wollte, wies darauf hin, dass die Mannschaft qualitativ gut aufgestellt ist. Dennoch fehlt es an Momentum. Im letzten Drittel sind Präzision und Konsequenz im Abschluss Mangelware, und individuelle Fehler haben bereits mehrfach Punkte gekostet. Schilling macht seinen Spielern keinen Vorwurf, was den Einsatz angeht – sie investieren alles, was sie können. Er fordert jedoch, dass die Freude am Fußball nicht verloren geht, während sie weiter intensiv arbeiten.

Der Vereinsmanager Jonathan Annel steht hinter Schilling und dem Projekt, welches im Sommer begann. Trotz der unbefriedigenden Resultate soll es keinen Aktionismus geben. Am Samstag um 15:30 Uhr steht das Ba(h)linger Derby an – ein wichtiges Spiel für die TSG. Der Bahlinger SC, ebenfalls aus der Regionalliga abgestiegen, hat sich in der oberen Tabellenhälfte etabliert und zuletzt 3:0 gegen den FC Holzhausen gewonnen. Schilling hofft, dass dieses Derby zeigt, wie weit die Entwicklung der TSG tatsächlich vorangeschritten ist. Der Punkt in Mühlhausen wird von ihm als kleiner Schritt in die richtige Richtung gewertet.

Blick in die Vergangenheit

Es ist bemerkenswert, wie sich die TSG Balingen im Laufe der Jahre entwickelt hat. Gegründet 1907 als kleine Spielergemeinschaft im Gasthaus Adler, hat der Verein eine bewegte Geschichte hinter sich. Von den ersten Wettspielen gegen Ebingen und Tailfingen bis hin zu den Höhen und Tiefen in der Regionalliga – die TSG hat viel erlebt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Spielbetrieb wieder aufgenommen, und seitdem hat die Mannschaft zahlreiche Höhen und Tiefen durchlebt. Die Rückkehr in die Regionalliga im Jahr 2018 war ein Highlight, das die Fans in Erstaunen versetzte.

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Doch die Rückkehr in die Regionalliga war nicht von Dauer. Die Saison 2025/26 endete mit dem Abstieg in die Oberliga Baden-Württemberg. Ein emotionaler Abschied, besonders für Spieler wie Ivo Colic, der für seine Leistungen gelobt wurde. Es bleibt abzuwarten, wie sich die TSG in der kommenden Zeit schlagen wird, aber die Hoffnung auf eine Rückkehr in die vierthöchste Liga bleibt bestehen. Das Derby gegen Bahlingen bietet die perfekte Gelegenheit, um den ersten Schritt in Richtung Besserung zu machen. Es wird spannend zu sehen, ob die Spieler die mentale Blockade überwinden können und die Freude am Fußball zurückfinden.