Am 5. Juli 2025 fand die Tagung der Landessynode im Stuttgarter Hospitalhof statt. Im Fokus der Versammlung standen zahlreiche Initiativen und Themen, die für die Zukunft der württembergischen Landeskirche von Bedeutung sind.

Unter der Leitung von Kai Münzing, dem Vorsitzenden des Ausschusses für Kirchen- und Gemeindeentwicklung, wurde die Kampagne „Orte des Gebets“ ins Leben gerufen. Diese Initiative zielt darauf ab, die Gemeindemitglieder einzuladen, an verschiedenen Orten in der Landeskirche zu beten. Um diese Orte hervorzuheben, entwickelte die Landeskirche ein neues Signet, das nicht nur in kirchlichen Gebäuden, sondern auch in privaten Häusern und an besonderen Orten in der Natur angebracht werden soll. Ein QR-Code ermöglicht es den Nutzern, direkt auf Gebete zuzugreifen. Münzing unterstützt damit das Konzept des Theologischen Dezernats des Oberkirchenrats.

Neue Segenshandlungen und Ritualförderung

Ein weiterer wichtiger Punkt wurde von Hellger Koepff, dem Vorsitzenden des Theologischen Ausschusses, präsentiert. Er berichtete über die Einrichtung einer „AG Segen und Rituale“ bei der Fachstelle Gottesdienst. Die Verantwortlichen in den Regionen sind angehalten, neue Rituale und Segenshandlungen zu fördern, die den Bedürfnissen der Gemeinden gerecht werden.

Ein zentrales Thema der Tagung war auch die EKD-Anerkennungsrichtlinie für Betroffene sexualisierter Gewalt, die von Dr. Helge Staff, dem Leiter der Fachstelle Sexualisierte Gewalt in der EKD, vorgestellt wurde. Diese neue Richtlinie tritt ab Januar 2026 in Kraft und ermöglicht es Betroffenen, neue Anträge auf individuelle Leistungen zu stellen. Ursula Kress erläuterte die Umsetzungsschritte in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Das Verfahren zur Beantragung besteht aus einem einheitlichen Formular, das in allen Kommissionen genutzt wird. Betroffene können sich vorab in den Geschäftsstellen informieren und erhalten Unterstützung beim Ausfüllen des Formulars. Ein Gespräch mit der Kommission ist auf Wunsch ebenfalls möglich, wobei die Geschäftsstellen bei der Vorbereitung unterstützen.

Forderungen zu Sterbehilfe und der Schutz vulnerabler Gruppen

Jörg Beurer, der Vorsitzende des Ausschusses für Diakonie, thematisierte die drängenden Fragen rund um das Thema Sterbehilfe und den notwendigen Schutz vulnerabler Gruppen. Er forderte gesetzliche Rahmenbedingungen, die sowohl den Schutz dieser Gruppen gewährleisten als auch die palliativmedizinische Versorgung verbessern. Diese Diskussion unterstreicht die Verantwortung der Kirche in sozialen und ethischen Fragestellungen.

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Ein internationaler Aspekt der Tagung wurde von Charlotte Horn, einem Ratsmitglied des Lutherischen Weltbundes, angesprochen. Sie berichtete von der Ratssitzung in Addis Abeba, wo die ausbleibenden Ausgaben in der Entwicklungshilfe durch USAID diskutiert wurden, welche erhebliche Auswirkungen auf die Projekte des LWB haben. Präsident Hendrick Stubkjaer betonte die unterschiedlichen Wege, wie man als Zeugin oder Zeuge der Gerechtigkeit wirken kann. Diese Diskussion stärkt die Unterstützung des Programms des Lutherischen Weltbundes durch die Landeskirche Württemberg und verdeutlicht die Herausforderungen, mit denen Kirche und Hilfsorganisationen in einem sich ständig verändernden politischen Umfeld konfrontiert sind.

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