Harald Schmidt verabschiedet sich von seinem Jaguar und entdeckt die Freiheit des öffentlichen Nahverkehrs
Harald Schmidt, der Entertainer, der uns über die Jahre mit seinem scharfen Humor und seinen witzigen Bemerkungen begeistert hat, hat kürzlich einen bemerkenswerten Schritt unternommen. Mit 69 Jahren hat er sich entschieden, sein geliebtes Auto, einen Jaguar, abzustoßen. Ja, richtig gehört! Der „Achtzylinder-Verbrenner, ein Traum“, wie er ihn einst beschrieb, hat nun einen neuen Besitzer — einen Bastler, der sich um die zunehmend reparaturbedürftige Limousine kümmert. Schmidt selbst hat keine Tränen vergossen über diesen Abschied. Im Gegenteil, er bereut es nicht im Geringsten.
Sein Jaguar, ein Modell der Baureihe X308, war einfach nicht mehr durch den TÜV gekommen und hätte kostspielige Reparaturen benötigt. Schmidt hatte zwar die finanziellen Mittel, um die Instandsetzung zu stemmen, doch er entschied sich, diesen Weg nicht zu gehen. „Ich brauche kein Auto mehr“, sagt er. Stattdessen hat er sich dem öffentlichen Nahverkehr verschrieben. Bahn, Bus und Straßenbahn sind nun seine ständigen Begleiter, und das schon seit geraumer Zeit.
Ein neuer Lebensstil
Schmidt kommt ganz gut ohne seinen privaten Pkw zurecht. In Köln nutzt er regelmäßig die Straßenbahn und die Busse. Dabei hört er oft die Gespräche der Mitreisenden, beobachtet das bunte Treiben und reflektiert über die älter werdende Gesellschaft. Es ist fast so, als wäre er ein stiller Chronist des öffentlichen Lebens. „Die Leute reden viel, und ich höre zu“, erzählt er. Auch die Bahnverspätungen, die andere vielleicht zur Verzweiflung bringen würden, stören ihn nicht — dank seiner Bahncard 100 ist er flexibel und kann seine Reiseroute sogar während der Fahrt ändern. Ein bisschen Abenteuerfeeling, wenn man so will!
Früher hatte Schmidt den Jaguar als etwas ganz Besonderes betrachtet, ein Symbol für seinen Erfolg und seinen Lebensstil. Doch jetzt hat er sich von diesem Traum verabschiedet, und das, ohne einen Hauch von Bedauern. „Ein Jaguar ist ein Ford Mondeo in Kostüm und Maske“, hatte er einst mit einem Lächeln gesagt. Der Humor ist nach wie vor sein Markenzeichen, und der Wechsel in den öffentlichen Nahverkehr hat ihm anscheinend eine neue Freiheit beschert.
Der Weg zum Theater
Wer Schmidt kennt, weiß, dass seine Karriere nicht nur von seinen Automobilen geprägt ist. Schon 1978 hatte er seinen ersten Auftritt am Württembergischen Staatstheater in Stuttgart. Ein Statistenauftritt in Tschechows „Drei Schwestern“ war der Anfang einer langen Reise durch die Welt des Theaters und Kabaretts. Über die Jahre entwickelte er sich zu einem der bekanntesten Kabarettisten und Entertainer Deutschlands. Mit Programmen wie „Überstehen ist alles“ und „Schmidtgift“ hat er sich in die Herzen des Publikums gespielt.
Die „Harald Schmidt Show“ war ein weiteres Highlight seiner Karriere, und auch jetzt, nach einer kreativen Pause und vielen wechselnden Formaten, bleibt Schmidt in der Medienlandschaft relevant. Er moderiert regelmäßig, unter anderem seine eigene Show „Echt? Schmidt?“ im Staatstheater Stuttgart, wo er mit einem Mix aus Stand-up und Interviewformaten glänzt. Vielleicht ist dieser neue Lebensabschnitt ohne Auto, aber mit viel öffentlichem Nahverkehr, nur ein weiterer Schritt in einem Leben voller Überraschungen und Wendungen.
