Heute ist der 29.10.2026, und in Feuerbach rumort es gewaltig. Bosch, der weltweit größte Automobilzulieferer, hat sich in eine veritable Krise manövriert. Die Meldung über die Verluste geht wie ein Schatten über die Belegschaft, und es wird unruhig. Der Chef muss gehen, und die Zukunft des Unternehmens scheint alles andere als rosig. Ein SWR-Fernsehteam hat sich auf die Spur der Ursachen begeben und begleitet Mitarbeitende und Führungskräfte, um den Grundstein dieser Misere zu legen. Max, ein Ingenieur am Standort Stuttgart-Feuerbach, hat sich in seinen Traumjob verliebt, doch jetzt ist alles ungewiss. Er schreibt Bewerbungen und übt sich in Vorstellungsgesprächen, während die Frage im Raum steht, ob er tatsächlich eine neue Anstellung finden wird.

Die Situation ist angespannt. Der Konzern sieht sich gezwungen, sich von Mitarbeitenden zu trennen – oft über Abfindungen und eine Vermittlungsplattform. Ganz konkret sollen rund 13.000 Stellen weltweit abgebaut werden, davon etwa 3.500 am Standort in Feuerbach, wo rund 12.000 Menschen arbeiten. Wie ein Damoklesschwert hängt diese Zahl über den Köpfen der Beschäftigten. Die IG Metall und Betriebsräte aus anderen Stuttgarter Automobilunternehmen haben deshalb bereits protestiert. Die Demonstrationen, die bis Donnerstagabend andauerten, endeten mit einer symbolischen Beerdigung von Arbeitsplätzen und Unternehmenswerten. Grabreden wurden gehalten, und Kreuze wurden an der Straße aufgestellt – ein eindringliches Zeichen der Trauer um das, was verloren geht.

Proteste und Unsicherheit

Andreas Kölpin, der Bosch-Vertrauensmann, hat lautstark gefordert, dass das Management gemeinsam mit den Mitarbeitenden an neuen Lösungen arbeiten sollte, anstatt einfach Arbeitsplätze abzubauen. Die Verunsicherung ist spürbar – viele Mitarbeitende reagieren mit Angst und Panik auf die ungewisse Zukunft. Die Gründe für diesen massiven Stellenabbau sind vielfältig: ein anhaltend schwieriges wirtschaftliches Umfeld, rückläufige Produktionsstückzahlen, und die schleppende Entwicklung der Elektromobilität in Europa treiben das Unternehmen in die Enge.

Die Entwicklung eines Fahrerassistenzsystems (ADAS) unter Leitung von Shou Guangyuan zeigt, dass nicht alles verloren ist. In China wird das System erfolgreich eingesetzt, und vielleicht kann es auch in Europa einen Wendepunkt bringen. Zudem hat Christoffer mit seinem Team ein innovatives Brennstoffzellen-Antriebssystem entwickelt, das Wasserstoff und Sauerstoff in elektrische Energie umwandelt. Damit können Lastwagen und Busse bis zu 1.000 Kilometer weit fahren. Doch die Frage bleibt – gibt es genug Nachfrage dafür? Mit diesen Entwicklungen könnte Bosch versuchen, sich aus der Krise zu winden, aber die Unsicherheit bleibt.

Ein Blick in die Zukunft

Die Lage ist ernst. Bosch muss jährlich eine Kostenlücke von rund 2,5 Milliarden Euro im Mobility-Bereich schließen. Die Überkapazitäten in Verwaltung, Vertrieb, Entwicklung und Produktion sind deutlich spürbar. Ob die Beschäftigten hier tatsächlich noch eine Perspektive sehen, bleibt fraglich. Berichten zufolge gibt es sogar Pläne für etwa 800 weitere Stellenstreichungen im IT-Bereich – auch wenn Bosch dies als Teil der bereits angekündigten 13.000 Stellen abtut.

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So bleibt es spannend, wie sich die Situation weiterentwickeln wird. Der Standort Stuttgart-Feuerbach ist ein wichtiger Teil der Automobilindustrie, und die Mitarbeitenden stehen an einem Scheideweg. Mit Mut und Entschlossenheit versuchen sie, die Herausforderungen zu meistern, während die Stadt- und Landespolitik versucht, sich in dieser kritischen Lage ein Bild zu machen. Der Verkehrsminister Winfried Hermann war ebenfalls vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, ob Bosch seinen Weg zurück zur Stärke finden kann oder ob die Schatten der Krise weiterhin über den Köpfen der Beschäftigten hängen bleiben werden.