Schlaganfälle können plötzlich das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen drastisch verändern. Oft entstehen nach einem Klinikaufenthalt Fragen und Unsicherheiten, die den Alltag erschweren. Dem begegnet ein innovatives Projekt im Rems-Murr-Kreis, das ehrenamtliche Unterstützung für Schlaganfall-Patienten bietet. Laut Stuttgarter Zeitung wurde dieses Pilotprojekt vor gut anderthalb Jahren vom DRK-Kreisverband Rems-Murr in Zusammenarbeit mit den Rems-Murr-Kliniken und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe initiiert.

Jährlich erleiden in Deutschland rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall, wobei viele von ihnen dauerhafte Unterstützung und Orientierung benötigen. Durch das Projekt wurden bisher 16 Ehrenamtliche geschult, um Betroffenen in den verschiedenen Phasen ihrer Genesung zu helfen. Diese Helfer unterstützen nicht nur bei bürokratischen Hürden, sondern auch bei der Beantragung von Pflegeleistungen und Hilfsmitteln.

Unterstützung in schwierigen Zeiten

Ein Beispiel ist die Familie Fischer, deren 48-jähriger Vater Jens im April 2023 einen Hirnstamminfarkt erlitt. Kerstin Fischer beschreibt die Herausforderungen, die nach dem Schlaganfall auftraten. Seit Februar 2024 unterstützt Annette Gunser, eine ehrenamtliche Helferin, die Familie. Sie berichtet von den Fortschritten, die Jens gemacht hat. Trotz einer reduzierten Sprache und der Nutzung eines Rollstuhls ist er motiviert, seine Rehabilitation fortzusetzen. Ein bedeutender Fortschritt war der Einbau eines Treppenlifts, der seiner Familie mehr Mobilität ermöglicht.

Das Projekt schließt eine erhebliche Versorgungslücke nach dem Krankenhausaufenthalt. Professor Ludwig Niehaus, Chefarzt am Rems-Murr-Klinikum, hat die Initiative ins Leben gerufen. Die Schulung der Ehrenamtlichen umfasst insgesamt 40 Stunden und wurde in enger Zusammenarbeit mit dem DRK und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe durchgeführt. Diese Schulung sorgt dafür, dass die Helfer mit dem lokalen Versorgungsnetzwerk vertraut sind, um Betroffene gezielt zu unterstützen.

Emotionale und praktische Unterstützung

Die Unterstützung der Ehrenamtlichen wird von den Betroffenen als äußerst wichtig und menschlich beschrieben, da sie nicht nur Hilfe bei Formularen und Informationen leisten, sondern auch emotionale Unterstützung für die Betroffenen und deren Familien bieten. Nach Angaben von SWR benötigen etwa 60% der Schlaganfall-Patienten ein Jahr nach ihrem Schlaganfall Unterstützung, um ihre Lebensqualität zu verbessern. Beispielhaft ist die 69-jährige Elke, die im Sommer einen Schlaganfall erlitt und seither im Pflegeheim lebt. Ihre ehrenamtliche Helferin Margit Kraubmann besucht sie regelmäßig und trainiert mit ihr nicht nur das Gehirn, sondern plant auch gemeinsame Aktivitäten wie einen Freibad-Besuch.

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Das Angebot des Projektes ist für die Betroffenen kostenlos und greift auf Erfahrungen ähnlicher Initiativen aus anderen Bundesländern zurück, um eine bestmögliche Unterstützung zu gewährleisten. Das langfristige Ziel ist, dass Betroffene, wo immer es möglich ist, wieder in ihren gewohnten Alltag zurückkehren können.

Für weitere Informationen steht Karin Gericke vom DRK in Waiblingen als Kontaktperson zur Verfügung.

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