Heute ist der 23.10.2026 und die Stadt Stuttgart sieht sich einem tiefgreifenden Wandel im Bereich der frühkindlichen Betreuung gegenüber. Die katholische Kirche hat beschlossen, in den nächsten Jahren 13 ihrer Kindertagesstätten zu schließen. Das ist ein ganz schöner Brocken, wenn man bedenkt, dass das über ein Viertel der insgesamt 54 Kitas ausmacht. Ein Schritt, der nicht leicht gefallen ist, wie Stadtdekan Christian Hermes betont. Die ersten Schließungen stehen bereits fest: Ende August 2027 wird das Kinder- und Familienzentrum Pfiffikus in Botnang seine Türen schließen.

Doch damit nicht genug! Ein Jahr später, im August 2028, folgen gleich neun weitere Einrichtungen. Darunter die Kita Abraxas im Stuttgarter Westen, die Johannesbären und Stäffelesflitzer in Untertürkheim, die Pusteblume in Sillenbuch und noch einige mehr. Auch 2029 werden vier Kitas, darunter die Zur Heiligen Familie in Vaihingen und St. Monika in Feuerbach, geschlossen. Ein besorgniserregender Trend, der vor allem durch rückläufige Geburtenzahlen und einen anhaltenden Rückgang der Kirchenmitglieder bedingt ist, was sich wiederum auf die Kirchensteuereinnahmen auswirkt.

Gründe für die Schließungen

Die katholische Kirche hat die Entscheidung nicht leichtfertig getroffen. Der Fachkräftemangel macht den Trägern zu schaffen, und die städtischen Zuschüsse für die Kitas sind um mehr als eine Million Euro jährlich gekürzt worden. Die Stadt hat den Zuschussanteil für Personalkosten freier Träger von 97,5 auf 95 Prozent reduziert, was den Eigenanteil der Kirche verdoppelt hat. Eine echte Herausforderung, besonders in Zeiten, in denen die Nachfrage nach Betreuungsplätzen sinkt.

Christian Hermes erklärt, dass die betroffenen Familien nicht im Regen stehen gelassen werden sollen. Kinder, die noch nicht eingeschult sind, haben die Möglichkeit, in andere katholische Kitas zu wechseln. Besichtigungen und Hospitationen in anderen Einrichtungen sollen ebenso möglich sein wie die Benennung einer Wunsch-Kita. Das klingt nach einem Plan, der Hoffnung gibt.

Die Zukunft der betroffenen Einrichtungen

Die Kirche ist im Gespräch mit der Stadt Stuttgart, um zu klären, ob diese einige oder alle betroffenen Einrichtungen übernehmen könnte. Vor dieser Entscheidung wurden die Kitas nach verschiedenen Kriterien wie baulichem Zustand, Auslastung und Personalsituation geprüft. Es ist also nicht einfach so, dass hier willkürlich Kitas geschlossen werden. Ein gewisser Konsolidierungsprozess ist unumgänglich, und die Stuttgarter Kirchengemeinden müssen ihren Gebäudebestand in den kommenden Jahren um mindestens 30 Prozent reduzieren. Ein gewaltiger Schritt, der nicht ohne Widerstand aus der Bevölkerung bleiben wird.

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Trotz dieser massiven Veränderungen bleibt die katholische Kirche drittgrößter Kita-Träger in Stuttgart mit insgesamt 41 Einrichtungen. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich die Situation für die Kinder, Eltern und Mitarbeitenden entwickeln wird. Für die Kita-Mitarbeitenden wurde bereits eine Online-Informationsveranstaltung angesetzt, um sie über die Veränderungen zu informieren und Perspektiven aufzuzeigen.

Wie wird sich das alles auf die Familien und die Kinder auswirken? Ein Verlust von vertrauten Betreuungsorten ist nie leicht, aber vielleicht kann der Wechsel in eine andere Einrichtung auch neue Chancen bieten. Abschließend bleibt zu sagen, dass Stuttgart sich in unruhigen Gewässern bewegt, wenn es um die frühkindliche Betreuung geht. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Gespräche zwischen Kirche und Stadt entwickeln und welche Lösungen gefunden werden, um dieser Herausforderung zu begegnen.