Heute ist der 21.10.2026, und während wir hier in Waiblingen über die Entwicklungen im Lebensmitteleinzelhandel plaudern, kommt man nicht umhin, einen Blick auf Kaufland zu werfen. Ein Name, der vielen ein Begriff ist, aber auch Fragen aufwirft. Kaufland zeigt sich in den letzten Jahren wie ein Chamäleon – mal modern und einladend, mal altbacken und unordentlich. Die Filialen in Fulda und Gelnhausen sind da ein Beispiel, wo man sich fragt, ob man nicht in der falschen Zeit gelandet ist. Alte Böden und unsortierte Regale vermitteln nicht gerade das Gefühl von Frische und Vielfalt, nach dem viele Kunden suchen.

Das Bild, das sich hier abzeichnet, ist jedoch nicht überall gleich. In Waiblingen, wo man auf einer ehemaligen Real-Fläche seine Pforten geöffnet hat, wirkt alles ganz anders. Modern, frisch und mit einem beeindruckenden Angebot an Bio- und Regionalprodukten. Hier scheint Kaufland zu wissen, wie man die Kunden anlockt – vielleicht hat man im Hauptquartier mal nachgedacht, dass es nicht nur um Größe und niedrige Preise geht. Aber das ist ein Konzept, das in vielen Filialen fehlt.

Der Kampf um die Kunden

Statistiken zeigen, dass Kaufland im Jahr 2025 einen Nettoumsatz von 21,80 Milliarden Euro erzielt hat. Ein beachtlicher Betrag, wenn man bedenkt, dass in Deutschland 794 SB-Warenhäuser zur Schwarz-Gruppe gehören. Doch trotz dieser beeindruckenden Zahlen gibt es eine schleichende Sorge: Die Konkurrenz schläft nicht. Globus, ein Herausforderer im Markt, hat im ersten Halbjahr 2026 nur halb so viele Käufer erreicht, aber die Kunden kommen bei ihnen für größere Einkäufe. Und das könnte Kaufland zum Verhängnis werden. Sie müssen sich fragen, warum man eigentlich alles bei ihnen kaufen sollte.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Kaufland wird durchschnittlich 24,5-mal im Jahr besucht – das klingt nach häufigen Besuchen für den täglichen Bedarf. Aber Globus hat mit 14,6 Besuchen pro Jahr auch seine Daseinsberechtigung, vor allem wenn es um größere Warenkörbe geht. Trotz der höheren Preise bei Globus, die den durchschnittlichen Einkaufsbon auf etwa 43 Euro anheben, bleibt Kaufland mit 34,40 Euro im Hintertreffen. Ein klarer Hinweis, dass die Kunden eher für den täglichen Bedarf zu Kaufland gehen.

Das Konzept auf dem Prüfstand

Hochschulexperten wie Carsten Kortum und Martin Fassnacht haben Kaufland als einen „Großflächendiscounter“ beschrieben, der zwischen Discount und Vollsortiment schwankt. Ein schmaler Grat, auf dem Kaufland wandert. Sie suchen nach einer klaren Positionierung, aber die bisherigen Versuche, diese zu finden, scheinen eher symptomatisch für ein viel größeres Problem zu sein. Der ständige Wechsel an der Spitze, zuletzt mit Ivan Chernev, lässt darauf schließen, dass das Unternehmen selbst nicht genau weiß, wo die Reise hingehen soll.

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Bereits 2025 war der Marktanteil der SB-Warenhäuser auf 11,5 Prozent gesunken. Das ist ein Zeichen, dass das Geschäftsmodell, das einst als „Alles unter einem Dach“ angepriesen wurde, an Bedeutung verloren hat. Der Fachhandel und Discounter übernehmen zunehmend die Kunden. Edeka und Rewe dominieren das Vollsortiment, während Discounter wie Aldi und Lidl den Markt mit ihren Preisen unter Druck setzen.

Und dann gibt es da noch die Frage der Aufenthaltsqualität. Kaufland muss sich anstrengen, um modern und einladend zu wirken. Die Filialen sollten nicht nur von außen glänzen – die Innenräume müssen ebenfalls ansprechend sein. Einmal eine neue Fassade aufbringen, das reicht nicht, um die Kunden zu halten! Wenn die Kunden mehr Zeit in einem Geschäft verbringen, kaufen sie auch mehr. Die Frage bleibt: Wie kann Kaufland diese Aufenthaltsqualität in allen Filialen aufrechterhalten und verbessern?

In der Welt des Lebensmitteleinzelhandels ist nichts sicher. Die Konkurrenz schläft nie, und die Kunden sind wählerisch. Kaufland muss schnell handeln, um sich von seinen Mitbewerbern abzuheben. Ein neues Konzept, das nicht nur auf Größe und Preise setzt, könnte der Schlüssel zum Erfolg sein. Aber das ist natürlich leichter gesagt als getan. Die Entwicklung bleibt spannend – gerade hier in Waiblingen.