Im Mai 2025 gab es in Deutschland einen deutlichen Rückgang bei den neu angemeldeten Insolvenzverfahren. Erstmals seit März 2023 wurden weniger Insolvenzen als im Vorjahr registriert. Laut dem Statistischen Bundesamt betrug der Rückgang 0,7 Prozent im Vergleich zum Mai 2024. Dennoch, so berichtet die zvw.de, lag die Zahl der im Mai 2025 angemeldeten Firmenpleiten bei 1.478, was zwar 9 Prozent weniger als im April bedeutet, jedoch im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Anstieg von 17 Prozent darstellt.

In den Vormonaten waren die Zuwachsrate der Unternehmensinsolvenzen bereits im einstelligen Bereich. Steffen Müller, der Leiter der IWH-Insolvenzforschung, erwartet für den Juni 2025 einen leichten Rückgang der Insolvenzzahlen. Trotz dieser Prognose rechnet er insgesamt mit einem Anstieg der Firmenpleiten im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024, als mit 21.812 Insolvenzen der höchste Stand seit 2015 verzeichnet wurde.

Ein Blick auf die Ursachen

Der Anstieg im letzten Jahr war erwartet worden, nachdem die staatlichen Corona-Hilfen ausliefen. Zudem belasten hohe Energiepreise, politische Unsicherheit und bürokratische Hürden viele Unternehmen. Im ersten Quartal 2025 meldeten die Behörden 5.891 Unternehmensinsolvenzen, was einem Anstieg von 13,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Forderungen der Gläubiger in diesem Zeitraum summierten sich auf etwa 19,9 Milliarden Euro, verglichen mit 11,3 Milliarden Euro im ersten Quartal 2024.

Die Daten zur Insolvenzforschung werden von den Insolvenzbekanntmachungen der Gerichte in Verbindung mit Unternehmensdaten von Bureau van Dijk (BvD) analysiert. Diese Daten enthalten Informationen zur Beschäftigung und Bilanzkennzahlen, sind jedoch verlässlich vor allem für große Unternehmen, nicht aber für viele kleine Firmen. Das IWH spielt zweimal pro Jahr die aktuellsten BvD-Daten ein, um die ökonomischen Effekte realistisch darzustellen. Beschäftigungs- und Bilanzinformationen beziehen sich häufig auf Vorjahreszahlen, da die stärksten Beschäftigungsreduktionen oftmals bereits im Jahr vor der Insolvenz auftreten, wie iwh-halle.de erläutert.

Die Ausblicke für die Zukunft

Trotz des Rückgangs im Mai sind die Erwartungen für das Gesamtjahr düster. Diverse Auskunfteien rechnen mit einem Anstieg der Firmenpleiten im Jahr 2025, auch bedingt durch die weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen für die Unternehmen. Die Entwicklung der Insolvenzen spiegelt die Herausforderungen wider, mit denen viele Betriebe aktuell konfrontiert sind, und es bleibt abzuwarten, wie sich dies in den kommenden Monaten auswirken wird.

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