VfB Stuttgart verpasst trotz Dominanz den Punktgewinn in Hamburg
Der VfB Stuttgart hat es wieder einmal nicht geschafft, im Hamburger Volksparkstadion zu punkten. Am Samstag, dem 17. Oktober 2026, endete die Begegnung gegen den Hamburger SV mit einer bitteren 0:1-Niederlage. Für Ermedin Demirovic, der in Hamburg geboren wurde und in seiner Jugend für den HSV spielte, war es besonders schmerzlich. Trotz zwei guter Chancen blieb der bosnische Stürmer ohne Torerfolg und ließ seinen Frust an seinem Trikot aus, als das Spiel vorbei war. „Es gibt Spiele, da geht der Ball nicht ins Tor“, lautete sein nüchterner Kommentar. Ein Satz, der die Gefühlslage von vielen Stuttgarter Fans widerspiegelte.
Die Partie selbst war von einer hohen Intensität geprägt. Stuttgart hatte viel Ballbesitz und bestimmte das Spiel bis zum gegnerischen Strafraum, doch die Effizienz vor dem Tor ließ zu wünschen übrig. Trainer Sebastian Hoeneß sah in der ersten Halbzeit viel von seinem Plan aufgegangen, während die Hamburger kaum Chancen zuließen. Aber in der 88. Minute kam der HSV dann doch noch durch – Miro Muheim verwandelte einen Schuss aus 25 Metern in den rechten Winkel und sicherte so den Sieg für die Gastgeber.
Die Stimmen nach dem Spiel
„Extrem bitter“, so beschrieb Demirovic die Niederlage, die nicht nur auf seine vergebenen Chancen zurückzuführen war. Auch VfB-Kapitän Deniz Undav war der Meinung, dass ein Unentschieden das gerechtere Ergebnis gewesen wäre. Der offene Schlagabtausch am Ende hätte vermieden werden müssen, so seine Einschätzung. Der sportliche Leiter Fabian Wohlgemuth war ebenfalls frustriert: „Bei dieser Spielkontrolle und vor dieser Kulisse hätten wir mindestens einen Punkt holen müssen.“ Das frustrierende Gefühl, trotz guter Leistung am Ende leer auszugehen, nagt an den Nerven der Mannschaft.
Für die Stuttgarter ist das nicht das erste Mal in dieser Saison, dass sie sich für ihre Mühen nicht belohnt sehen. Nach elf Bundesliga-Spielen stehen sie zwar mit 22 Punkten gut da, haben aber in den letzten Begegnungen oft die entscheidenden Tore verpasst. Diese fehlende Effizienz könnte sich als Knackpunkt in der Saison herausstellen, wenn es darum geht, die angestrebten Ziele zu erreichen. Hoeneß wird sich jetzt auf das bevorstehende Europa-League-Spiel gegen Atlético Madrid konzentrieren müssen. „Die Mannschaft wird bereit sein“, versicherte er.
Ein Blick in die Vergangenheit
Die Geschichte zwischen dem VfB Stuttgart und dem Hamburger SV ist lang und von vielen Höhen und Tiefen geprägt. Im Mai 2023 trafen beide Teams in der Bundesliga-Relegation aufeinander, wo Stuttgart beide Spiele gewinnen konnte und damit den Klassenerhalt sicherte. Doch die letzten Ligabegegnungen in der zweiten Bundesliga 2019/2020 waren für den VfB weniger erfreulich. Ein 6:2 in Hamburg und ein 2:1-Pokalsieg nach Verlängerung waren die letzten Aufeinandertreffen, die den Fans noch in Erinnerung sind. Immerhin, die Duelle sind meist torreich – in 118 Partien fielen insgesamt 372 Tore!
Aktuell schleppt sich der HSV durch die Liga, seit fünf Spielen ohne Sieg. Für Stuttgart ist es nun wichtig, sich schnell wieder aufzurappeln und die positiven Aspekte aus dem Spiel mitzunehmen. Immerhin stehen sie schon besser da als in der gesamten Rückrunde der Vorsaison, wo sie nur 21 Punkte holten. Aber die Frage bleibt: Wie oft kann man sich auf Ballbesitz und Kontrolle verlassen, wenn am Ende nichts Zählbares dabei herauskommt?
Das nächste Spiel wird zeigen, ob der VfB die Köpfe wieder hochbekommt und das Ruder herumreißen kann. Die Fans stehen hinter ihrer Mannschaft und hoffen auf bessere Zeiten. Schließlich ist Fußball mehr als nur ein Spiel – es ist eine Leidenschaft, die verbindet.
