Heute ist der 14.02.2026. In Schorndorf stehen zahlreiche Preiserhöhungen für verschiedene Dienstleistungen an, um die angespannte Haushaltslage der Stadt zu bewältigen. So wird der Eintrittspreis in der Forscherfabrik teurer, während auch der Jahresbeitrag in der Bücherei erhöht wird. Des Weiteren sollen die Hunde- und Vergnügungssteuer stark steigen. Der Grund für diese Maßnahmen liegt in der Notwendigkeit, jährlich rund sechs Millionen Euro im Ergebnishaushalt einzusparen, was eine Vorgabe des Regierungspräsidiums ist. Diese Einsparungen sollen durch einen Mix aus Einnahmesteigerungen und Ausgabenreduzierungen erreicht werden (Quelle).

Die finanzielle Situation in Schorndorf wird im kommenden Jahr nicht einfacher. Für das Haushaltsjahr 2024 plant die Gemeinde einen Verwaltungshaushalt von etwa 6,211 Millionen Euro, was einer Erhöhung von 5,5% entspricht. Im Gegensatz dazu wird der Vermögenshaushalt um 14% auf 2,636 Millionen Euro zurückgeführt. Bürgermeister Max Schmaderer weist darauf hin, dass die Gemeinde schwierigen Zeiten entgegensieht und für 2024 keine neuen Kredite geplant sind. Stattdessen werden 240.000 Euro getilgt. Die ursprünglich für 2023 geplante Neukreditaufnahme von rund 1,77 Millionen Euro wurde nicht in Anspruch genommen und wird als Einnahmerest ins Jahr 2024 übertragen (Quelle).

Steigende Kosten und Investitionen

Die steigenden Ausgaben im Verwaltungshaushalt sind auf höhere Lohn-, Material-, Energie- und Zinskosten zurückzuführen. Besonders erwähnenswert ist, dass die Personalausgaben durch den teuersten Tarifabschluss im öffentlichen Dienst um durchschnittlich 12,5% steigen. Darüber hinaus warnte Schmaderer, dass die Steuerschätzung ein robustes Steuerwachstum prognostiziert, jedoch die Ausgabenseite nicht ausreichend berücksichtigt. Die Gemeinde muss zudem zusätzliche Aufgaben bewältigen, etwa durch die Kostenexplosion bei Sozialleistungen aufgrund des Bürgergeldes.

Für 2024 sind Investitionen in Höhe von 2,6 Millionen Euro eingeplant, was 14% weniger als im Vorjahr entspricht. Zu den größten Investitionen zählen unter anderem die „Neue Soziale Mitte“ mit einem Budget von 1 Million Euro sowie Deckerneuerungen von Gemeindeverbindungsstraßen und der Erwerb von Tausch- bzw. Bauflächen, jeweils mit 200.000 Euro. Auch Kanalsanierungen und die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED stehen auf der Agenda, mit weiteren Investitionen in Schulen und den Feuerwehr- und Katastrophenschutz.

Schuldenstand und Ausblick

Zum Jahresende 2023 wird der Schuldenstand der Gemeinde bei 1,21 Millionen Euro liegen, was 385,45 Euro pro Einwohner entspricht. Bei einer möglichen Neukreditaufnahme im kommenden Jahr könnte die Pro-Kopf-Verschuldung auf über 900 Euro steigen, während der bayerische Landesdurchschnitt bei 2.640 Euro liegt. Positiv sind jedoch Entwicklungen bei Einkommensteueranteilen und Gewerbesteueraufkommen, auch wenn die Kreisumlage voraussichtlich weiter ansteigen wird. Für 2024 sind Schlüsselzuweisungen in Höhe von 890.000 Euro eingeplant, während die Realsteuern unverändert bleiben und keine Mehrbelastung für die Bürgerschaft zu erwarten ist.

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Insgesamt steht die Gemeinde Schorndorf vor großen Herausforderungen, die nicht nur die Finanzen, sondern auch die Lebensqualität der Bürger betreffen. Die anstehenden Preiserhöhungen und die Notwendigkeit von Einsparungen spiegeln die allgemeine Haushaltslage wider, die viele Kommunen in Deutschland betrifft. Die Balance zwischen notwendigen Investitionen und der finanziellen Entlastung der Bürger wird eine zentrale Aufgabe für die kommenden Jahre sein.