Fellbach: Fachtag beleuchtet Chancen der Einfachen und Leichten Sprache
Am 27. Juni 2025 fand in Fellbach ein bedeutender Fachtag über Einfache und Leichte Sprache statt. Bei dieser Veranstaltung kamen Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen, um sich über die Unterschiede und den Nutzen beider Sprachformen auszutauschen. Die Großschreibung von “Einfache” und “Leichte” Sprache ist absichtlich, da diese Begriffe feste Konzepte darstellen, die eine zentrale Rolle im Bereich der barrierefreien Kommunikation spielen. Der Veranstaltungsort, PLEKS, steht für ein offenes Miteinander, in dem alle Interessen vertreten sind, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet.
Die Begriffe “Leichte Sprache” und “Einfache Sprache” werden häufig synonym verwendet, obwohl sie unterschiedliche Ansätze in der Kommunikationsgestaltung repräsentieren. Barrierefrei.at klärt darüber auf, dass die Wahl der Sprachform entscheidend für die digitale Barrierefreiheit ist. Besonders in digitalen Prozessen, wo oft keine direkten Ansprechpartner zur Verfügung stehen, ist eine vereinfachte Sprache von großer Bedeutung.
Leichte Sprache im Detail
Leichte Sprache richtet sich spezifisch an Menschen mit Lernschwierigkeiten, geringer Lesekompetenz und Personen mit begrenzten Deutschkenntnissen. Zu den wichtigsten Merkmalen gehören:
- Sehr kurze Sätze (maximal 8 Wörter)
- Einfache, bekannte Wörter
- Vermeidung von Fachbegriffen oder deren Erklärung
- Aktive Sprache ohne Passivkonstruktionen
- Trennung und Erklärung komplexer Wörter
- Verwendung von Listen und Aufzählungen
- Ergänzung durch Bilder
- Prüfung der Texte auf Verständlichkeit, idealerweise von Betroffenen
Ein Beispiel für Leichte Sprache wäre: “Die Frau trinkt Kaffee. Der Kaffee ist heiß. Das ist gut für sie. Sie mag heiße Getränke.”
Einfach Sprache für breitere Zielgruppen
Einfache Sprache hingegen richtet sich an eine breitere Gruppe, die Unterstützung beim Lesen benötigt. Die Merkmale dieser Sprachform umfassen:
- Kürzere Sätze als in der Alltagssprache (bis zu 15 Wörter)
- Verwendung und Erklärung von Fachbegriffen
- Einfache Wortwahl
- Aktive Sprache ohne Passivkonstruktionen
- Klar gegliederter Text
- Texte müssen nicht geprüft, sollten aber nochmals gelesen werden
Ein Beispiel für Einfache Sprache könnte lauten: “Die Frau trinkt einen Kaffee. Der Kaffee ist heiß, was der Frau gut gefällt, weil sie heiße Getränke mag.”
Die Wahl zwischen Leichter und Einfacher Sprache hängt von der Zielgruppe und dem Zweck des Textes ab. Leichte Sprache ist ideal für behördliche Mitteilungen, Formulare sowie Informationen für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Einfache Sprache ist geeignet für Personen mit guten Grundkenntnissen, Schwierigkeiten bei komplexen Satzstrukturen, Menschen mit Migrationshintergrund und Senioren, die im digitalen Raum auf Barrieren stoßen.
Letztendlich zielen beide Sprachformen darauf ab, Kommunikationsbarrieren zu minimieren und die Verständlichkeit zu erhöhen. Sie fördern somit eine inklusive Gesellschaft, indem sie Informationen für zahlreiche Menschen zugänglich machen.
Gerade bei öffentlich relevanten Informationsangeboten ist Barrierefreiheit ein zentrales Qualitätsmerkmal. Unser Website-System erfüllt die Anforderungen der BITV 2.0 und WCAG 2.1 auf hohem Niveau – von semantisch korrektem Markup über ausreichende Kontraste bis zur vollständigen Tastaturbedienbarkeit. Umgesetzt wurde dies durch Daniel Wom / VeloCore mit einem durchgängig barrierefreien Ansatz.
