Hohenhaslach kämpft um den Neubau der Brücke in der Unteren Au
In der kleinen Ortschaft Hohenhaslach sind die Diskussionen um den Neubau einer Brücke in der „Unteren Au“ in vollem Gange. Bei einer Klausurtagung, die in den letzten Tagen stattfand, betonte Ortschaftsrat Lars Weydt, dass diese Versammlung kein beschließendes Organ darstellt. Doch das Interesse ist spürbar, und die Hoffnung auf eine neue Brücke lebt weiter. Im Jahr 2021 schien der Ersatzneubau noch in greifbarer Nähe, als Weydt damals von Kosten in Höhe von „50.000 Euro plus x“ sprach. Ein Betrag, der im Lichte der aktuellen Diskussionen noch einmal auf den Prüfstand kommt.
Bürgermeister Michel stellte klar, dass der Arbeitsauftrag der Klausurtagung für ihn bindend sei. Die ursprünglich veranschlagten 25.000 Euro für eine Brücke mit Mindeststandard sind da nur die Spitze des Eisbergs. Planung, Genehmigung und geologische Untersuchungen – all das schlägt zusätzlich zu Buche. Und dann ist da noch das Problem: Der Bau von nur einer Seite aus gestaltet sich als äußerst schwierig. Doch Ortsvorsteher Neumann hält tapfer am Brückenneubau fest. „Wir wollen die Brücke weiterhin“, sagt er entschlossen, während er gleichzeitig darauf hinweist, dass zuerst die genauen Kosten für eine einfache Brücke ermittelt werden müssen. Vielleicht, so überlegt man, könnte eine Sammelaktion zur Finanzierung ins Leben gerufen werden?
Rechtsstreit und Zukunftsaussichten
Ein weiterer Punkt auf der Agenda ist der jahrelange Rechtsstreit, der das Vorhaben immer wieder verzögert hat. Ortschaftsrat Nico Mollenkopf machte darauf aufmerksam, dass dieser Streit mittlerweile geklärt sei. Dennoch bleibt die Skepsis: Bürgermeister Albrich stellte erneut fest, dass die Brücke nicht auf der Prioritätenliste stehe und ein Neubau in absehbarer Zeit nicht erfolgen werde. Trotz dieser Rückschläge haben die Hohenhaslacher Ortschaftsräte jedoch einstimmig beschlossen, den Neubau der Brücke für die Finanzanmeldungen zum Haushaltsplan 2027 vorzusehen. Ein Lichtblick in einem ansonsten von Unsicherheiten geprägten Projekt.
Brücken sind mehr als nur Bauwerke; sie verkürzen Wege und Fahrzeiten, verbessern den Verkehrsfluss und stärken die wirtschaftlichen Standortvorteile. Laut einer Studie des Difu (Deutsches Institut für Normung) haben viele deutsche Kommunen in den letzten Jahren mit Brückensperrungen zu kämpfen, die auf unterlassene Instandhaltungsmaßnahmen zurückzuführen sind. Diese Sperrungen bringen nicht nur wirtschaftliche Schäden mit sich, sondern auch zusätzliche Treibhausgasemissionen durch lange Umfahrungen. Das ist nicht nur für die Umwelt ein Problem, sondern es belastet auch die Bürger, die in Staus und Wartezeiten gefangen sind.
Investitionshemmnisse und politische Unterstützung
Ein aktuelles Projekt, gefördert vom ADAC, untersucht nichtmonetäre Investitionshemmnisse im Bereich kommunaler Brücken. Es sind oft Personalmangel in den Fachverwaltungen und konfliktierende Rechtsstandards, die den Fortschritt behindern. Das Projekt wird bis Februar 2027 laufen und könnte möglicherweise auch für Hohenhaslach von Bedeutung sein. Die Erkenntnisse könnten neue Handlungsempfehlungen für Kommunen hervorbringen, die in ähnlichen Situationen stecken.
Wie auch immer die Diskussion um die Brücke weitergeht, eines ist sicher: Die Hohenhaslacher Bürger sind bereit, sich für ihre Brücke einzusetzen. Ob durch Sammelaktionen oder durch das Drängen auf eine Priorisierung – die Hoffnung auf eine bessere Anbindung bleibt bestehen. Und das ist vielleicht der größte Antrieb, der diese Gemeinschaft zusammenhält.
