Heute ist der 26.10.2026 und die Diskussion über Männergesundheit wird immer drängender. Es ist fast schon erschreckend, wenn man bedenkt, dass laut einer Forsa-Umfrage für die hkk nur 57 % der Männer mit ihrer Partnerin oder Familie über Sorgen sprechen. Und im Freundeskreis? Da sind es gerade mal 45 %. Das ist ein Zeichen, dass viele Männer versuchen, ihre Probleme allein zu bewältigen – und das ist nicht ohne Folgen.

Die Tabus rund um die Männergesundheit sind nach wie vor präsent, und das wirkt sich fatal aus. Im Durchschnitt sterben Männer fünf Jahre früher als Frauen. Oft sind die Ursachen vermeidbar! Eine Studie der Universität Tübingen zeigt, dass Männer in der Regel weniger Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen haben, aber die Psychologin Piekorz erklärt, dass dies auch bedeutet, dass Männer sich seltener krankschreiben lassen. Das kann verheerende Auswirkungen haben, denn fast 70 % der Suizidfälle betreffen Männer. Wenn Hilfe fehlt, steigt das Risiko!

Ein starkes Geschlecht?

Das Bundesgesundheitsministerium signalisiert, dass Männer häufig als das „starke Geschlecht“ gelten. Diese gesellschaftlichen Rollenbilder können dazu führen, dass Männer ihre eigenen Bedürfnisse und Gefühle ignorieren. Die Zahl der psychischen Erkrankungen steigt, und die Gründe dafür sind vielfältig – unter anderem auch geschlechtsspezifische Zwänge in der Arbeitswelt und die Belastungen durch Finanz- und Wirtschaftskrisen. Es ist ein Teufelskreis, den viele Männer nur schwer durchbrechen können.

Warnsignale gibt es viele: Länger anhaltender schlechter Schlaf, exzessiver Sport, hoher Alkoholkonsum oder sozialer Rückzug sind nur einige Anzeichen, die oft ignoriert werden. Piekorz vergleicht diese Warnsignale mit einer aufleuchtenden Motorkontrollleuchte. Und das ist nicht nur ein nettes Bild – es ist eine klare Aufforderung, sich Unterstützung zu suchen, wenn man merkt, dass die eigene Belastung nicht abnimmt.

Hilfe suchen ist keine Schwäche

Ein Beispiel dafür ist der Schauspieler Luding, der sich entschied, Hilfe in Anspruch zu nehmen, weil er seine Freunde und Familie nicht belasten wollte. Er suchte nach einer objektiven Einschätzung und wollte keinen bloßen Beistand, sondern konkrete Unterstützung. In seiner anderthalbjährigen Therapie lernte er, zwischen Problemen zu unterscheiden, die aus persönlichen Prägungen stammen, und solchen, die aus Erfahrungen resultieren. Das zeigt, wie wertvoll professionelle Hilfe sein kann – nicht als Zeichen von Schwäche, sondern als Ausdruck von Verantwortung für die eigene Gesundheit.

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Die aktuelle Forschung über psychische Gesundheit zeigt, dass wir mehr über geschlechtsspezifische Unterschiede lernen müssen. Drei groß angelegte Bevölkerungsstudien untersuchen die Verläufe, Symptome und Ursachen psychischer Erkrankungen bei Männern und Frauen. Es geht darum, vulnerable Phasen im Lebensverlauf zu identifizieren und Risikofaktoren zu erkennen. Das kann dazu beitragen, gezielte Maßnahmen für geschlechtersensible Prävention und Gesundheitsförderung zu entwickeln und somit zu einer besseren psychischen Gesundheit für alle beizutragen.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Erkenntnisse auch in unserer Region ankommen und die Männer in Stuttgart und darüber hinaus ermutigen, offen über ihre Sorgen zu sprechen. Schließlich ist es nie zu spät, Hilfe zu suchen und Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen.