Am 28. April 2025 beginnt im Jugendhaus Murr eine wichtige Vortragsreihe mit dem Titel „Safe“, die sich dem Kinder- und Jugendschutz widmet. Die Veranstaltung ist kostenlos und bietet Eltern sowie Interessierten die Möglichkeit, sich über den Schutz vor sexueller Gewalt zu informieren. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines alarmierenden Anstiegs von Fällen von Kinderpornografie, die zunehmend auf Smartphones verzeichnet werden.
Laut der JIM-Studie 2024 erhält jeder vierte Jugendliche ungewollt pornografische Inhalte. Die Studie zeigt zudem, dass die Mehrheit der Jugendlichen ein hohes Interesse an aktuellen Nachrichten hat. Dennoch fühlen sich rund zwei Fünftel der Jugendlichen durch negative Meldungen belastet. Dieses Phänomen könnte die Notwendigkeit solcher Informationsveranstaltungen unterstreichen, da problematische Nachrichten in Klassenchats von Eltern immer häufiger gemeldet werden.
Vortragsreihe und Veranstaltungen
Am 2. Juni wird die Polizeioberkommissarin Ilona Gerstung einen Vortrag mit dem Titel „Mediengefahren und Missbrauchsbilder auf Schülerhandys“ im Rahmen der Reihe halten. Weiterhin sind mehrere Veranstaltungen geplant, darunter ein Aktionstag „Blaulicht“ am 6. Juni, der von Polizei, Feuerwehr, DRK, Unicef und dem Kinderschutzbund unterstützt wird. Ein Elternvortrag zur „Gewaltfreien Erziehung und dem Umgang mit herausforderndem Verhalten“ mit der Therapeutin Frau Romer findet am 9. Juli statt. Anmeldungen sind unter der E-Mail-Adresse jugendhaus.murr@gmx.de möglich.
Eine besondere Herausforderung stellen die minderjährigen Tatverdächtigen dar: 2023 waren laut Bundeskriminalstatistik knapp 40 % der Tatverdächtigen in Fällen von Kinderpornografie unter 18 Jahren. Diese alarmierende Zahl verdeutlicht die Dringlichkeit von Aufklärungsarbeit sowie geeigneten Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen.
Gefahren durch Pornografie
Die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) beschreibt in ihrem Gefährdungsatlas die potenziellen Gefahren, die von Pornografie für Kinder und Jugendliche ausgehen. Laut der EU Kids Online-Studie 2019 hatten 42 % der 12- bis 14-Jährigen und 65 % der 15- bis 17-Jährigen in Deutschland bereits Kontakt mit sexuellen Darstellungen. Die BzKJ betont, dass der Zugang zu pornografischen Inhalten oft bereits mit einer einfachen Internetverbindung möglich ist.
Das Aufkommen von Phänomenen wie „News Avoidance“, bei dem Jugendliche bewusst versuchen, negative Nachrichten zu vermeiden, zeigt, dass diese könnte die psychische Gesundheit junger Menschen beeinträchtigen. Rund 59 % der Jugendlichen genießen die Zeit ohne Handy und Internet, während Kritiken zur Handynutzung zeige, dass zwei Drittel oft mehr Zeit am Smartphone verbringen, als sie beabsichtigt haben.
Die Vortragsreihe „Safe“ im Jugendhaus Murr ist somit ein wichtiger Schritt, um über die Herausforderungen und Gefahren aufzuklären, mit denen Kinder und Jugendliche in der heutigen digitalen Welt konfrontiert sind. Der Zugang zu Informationen über sexualisierte Gewalt und der Umgang mit digitalen Inhalten sollte dringend in den Fokus gerückt werden, um ein sicheres Aufwachsen zu garantieren.