In Kernen bei Stuttgart kämpft die 29-jährige Roshenk Mohamad, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, um ihren Platz in der Gesellschaft. Ihr Alltag ist alles andere als einfach: Zwischen ihrer Ausbildung in der Altenpflege, der Betreuung ihrer Kinder im Alter von acht und zwölf Jahren und dem täglichen Lernen für Prüfungen bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Und als ob das nicht genug wäre, droht der Familie auch noch die Abschiebung. Eine beunruhigende Situation, die sie nicht einfach hinnehmen will – sie kündigt an, dagegen zu kämpfen.

Der Wunsch von Mohamad, ihrer Familie ein sicheres Leben aufzubauen, steht im Vordergrund. Kernen ist ihr Zuhause, ein Ort, den sie mit ihren Kindern als Ankerpunkt sieht. Doch die Angst vor einer Abschiebung schwebt wie ein Damoklesschwert über ihrem Kopf. Dabei ist sie nicht allein: Viele Menschen in ähnlicher Lage sind auf der Suche nach Perspektiven und Sicherheit in Deutschland.

Die Herausforderung der Ausbildungsduldung

Ein Lichtblick könnte die Ausbildungsduldung nach § 60c AufenthG sein. Diese Regelung setzt die Abschiebung für die Dauer einer Ausbildung aus und ermöglicht es Mohamad, eine Beschäftigungserlaubnis zu erhalten. Ein wichtiger Schritt, um ihre Ausbildung erfolgreich abzuschließen und somit ihre Chancen auf ein dauerhaftes Bleiberecht zu erhöhen. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um einen Aufenthaltstitel. Die Ausreisepflicht bleibt bestehen, was die Unsicherheit für sie und ihre Kinder weiter verstärkt.

Um diese Duldung zu erhalten, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden. Die Ausbildung muss in einem staatlich anerkannten Beruf stattfinden und mindestens zwei Jahre dauern. Ein Ausbildungsvertrag bei einer Bildungseinrichtung ist ebenfalls notwendig. Das bedeutet für Mohamad, dass sie nicht nur ihre Ausbildung meistern, sondern auch die bürokratischen Hürden überwinden muss. Ein harter Weg, der viel Entschlossenheit erfordert.

Der lange Weg zur Integration

Deutsch lernen ist für Mohamad nicht nur ein Pflichtprogramm, sondern Teil ihres Traums von einem besseren Leben. Sie weiß, dass gute Sprachkenntnisse die Schlüssel zu zahlreichen Türen in der Gesellschaft sind. Doch der Spagat zwischen Ausbildung, Kinderbetreuung und dem Erlernen der Sprache ist herausfordernd. Es ist ein ständiger Balanceakt, der viel Durchhaltevermögen erfordert.

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Roshenk Mohamad ist ein Beispiel für viele, die sich in Deutschland eine Existenz aufbauen wollen. Sie kämpft nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Kinder. Es geht um eine Zukunft, in der sie nicht nur geduldet, sondern auch akzeptiert und wertgeschätzt wird. In jedem Schritt, den sie macht, steckt der Wunsch, ihren Kindern ein sicheres und glückliches Leben zu ermöglichen – und dafür ist sie bereit, zu kämpfen.