Am 24. Mai 2025 findet im Kinder- und Familienzentrum (Kifaz) in Hemmingen von 10 bis 13 Uhr ein besonderer Erlebnistag statt, der sich dem Thema Kinderschutz widmet. Laut Stuttgarter Nachrichten wird die Leiterin Diana Schelenz auf die zentrale Rolle der Kommunikation zwischen Erwachsenen und Kindern hinweisen. Ziel der Veranstaltung ist es, ein Bewusstsein für die verschiedenen Facetten des Kinderschutzes zu schaffen und die Macht von Worten zu verdeutlichen.

Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, an insgesamt elf Stationen zu erfahren, wie unterschiedliche Äußerungen das Leben und die Entwicklung von Kindern beeinflussen können. Dabei wird auch auf die verschiedenen Dimensionen von Gewalt eingegangen, die den Kinderschutz beinhalten. Es wird betont, dass Kinderschutz nicht nur körperliche und sexualisierte Gewalt umfasst, sondern auch emotionale und verbale Gewalt, wie sie in vielen Institutionen vorkommen kann, inklusive Schulen und Sportvereinen.

Bedeutung der Gewaltprävention

In den letzten Jahren hat das Bewusstsein für psychische Gewalt stark zugenommen. Diese Form der Gewalt, die vielschichtig ist, schließt Demütigungen, Drohungen oder die Isolation von Freunden ein. Professorin Sabine Andresen beschreibt die weitreichenden Folgen psychischer Gewalt, die ein geringes Selbstwertgefühl hervorrufen und zu Schwierigkeiten in sozialen Beziehungen führen kann. In einer Studie gaben 63 % der Befragten an, im Vereinssport psychische Gewalt erfahren zu haben, was die Notwendigkeit von Aufklärungsarbeit und Prävention untermauert. Der Kinderschutzbund fordert, dass Schulen zu sicheren Orten werden müssen, um Kinder vor solchen Erfahrungen zu schützen.

Für eine erfolgreiche Gewaltprävention ist eine ganzheitliche Herangehensweise erforderlich, die auf unterschiedliche Ebenen abzielt. Laut dem Netzwerk Prävention sind vier zentrale Bereiche der Gewaltprävention entscheidend: die Verbesserung der sozialen Qualität von Einrichtungen, die Etablierung klarer Regeln und Normen, das Handeln in akuten Gewaltfällen sowie ein effektives Konfliktmanagement. Nur durch diese Maßnahmen können wir Kinder in ihrer Persönlichkeit stärken und ihnen helfen, ihre Grenzen zu erkennen und zu verteidigen.

Auf dem Erlebnistag wird auch das Thema Adultismus behandelt, das die Machtverhältnisse zwischen Erwachsenen und Kindern in den Fokus rückt. Diana Schelenz hat in ihrem Kifaz, seit ihrer Übernahme vor zweieinhalb Jahren, zahlreiche Veränderungen eingeleitet, unter anderem flexible Frühstückszeiten für Kinder. Diese Veränderungen sind Teil einer größeren Initiative, die innerhalb der landesweiten Aktionstage zum Kinder- und Jugendschutz 2025 des Sozialministeriums in Baden-Württemberg verankert ist. Die Umsetzung des Masterplans Kinderschutz, der ein Förderpaket von rund zehn Millionen Euro für 26 Projekte bis Ende 2023 umfasst, zeigt, dass die Landesregierung den Schutz von Kindern ernst nimmt.

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Durch eine bessere Kommunikation und mehr Aufklärung kann der Umgang mit Kindern revolutioniert werden, sodass wir zukünftig Gewalt in all ihren Formen mindern können. Der Erlebnistag in Hemmingen ist ein konkreter Schritt in diese Richtung.