Abschied von der Stadtbibliothek Hirschlanden: Ein Ort des Wissens geht in die Geschichte ein
Heute ist der 3.11.2026 und die Stadtbibliothek Hirschlanden steht vor einem bedeutsamen Umbruch. Am Donnerstag, dem 26. November 2026, schließt sie ihre Pforten. Ein Abschied, der Wehmut weckt – immerhin war die Bibliothek ein Ort des Wissens und der Begegnung für Jung und Alt. Zum Abschied wird ab 18:30 Uhr ein Stehempfang organisiert, bei dem Punsch fließt und Erinnerungen geteilt werden. Eine Erinnerungspinnwand wartet darauf, mit Geschichten und Anekdoten gefüllt zu werden, und ein kleiner Medienflohmarkt verspricht, das eine oder andere Buchschätzchen zu entdecken.
Die Schließung ist Teil der Haushaltskonsolidierung, die am 21. Juli 2026 vom Gemeinderat beschlossen wurde. Das klingt zwar nach einem trockenen Thema, doch dahinter steckt der Wunsch, die Bibliotheksangebote effizienter zu organisieren. Künftig werden die Angebote aus Hirschlanden und Schöckingen am Standort in Schöckingen zusammengeführt. Ziel ist es, Leseförderung und die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindertageseinrichtungen stetig weiterzuentwickeln – ein Schritt, der vor allem für die Kinder von großer Bedeutung ist.
Neue Wege für die Leseförderung
Für das kommende Jahr ist eine Schulbibliothek an der Theodor-Heuglin-Schule in Hirschlanden geplant. Hier haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Medien auszuleihen, an Lesungen teilzunehmen und spannende Projekttage zu erleben. Das klingt doch nach einer tollen Gelegenheit, die Leselust zu fördern! Zudem wird die aufsuchende Arbeit der Stadtbibliothek in den Kindertageseinrichtungen ausgebaut. So können die Kleinsten bereits frühzeitig in die Welt der Bücher eintauchen und ihre Medienkompetenz entwickeln – ein wichtiger Schritt in einer Zeit, in der Informationen allgegenwärtig sind.
Ab Dezember sind die Bürgerinnen und Bürger jedoch nicht aufgeschmissen. Die öffentliche Literatur- und Medienversorgung wird an verschiedenen Standorten sichergestellt: Die Stadtteilbibliothek Hirschlanden-Schöckingen in der Schlossstraße 14, die Hauptstelle der Stadtbibliothek am Laien 3 und die Stadtteilbibliothek Heimerdingen in der Pforzheimer Straße 6 stehen bereit. Die Stadt macht ernst, wenn es darum geht, den Bürgern Zugang zu Literatur und Medien zu bieten.
Ein letzter Blick zurück
Am Abschiedsabend sind alle eingeladen, Fotos, Dokumente und Anekdoten zur Geschichte der Bibliothek mitzubringen oder digital zur Verfügung zu stellen. Es ist eine Gelegenheit, gemeinsam zu reflektieren und die Erinnerungen noch einmal aufleben zu lassen. Einen letzten zusammenfassenden Blick auf die Bibliothek zu werfen, bevor sie in die Geschichtsbücher eingeht – das hat etwas sehr Berührendes.
Die Stadtbibliothek hat über die Jahre viele Geschichten erzählt, Generationen von Lesern begleitet und den Zusammenhalt in der Gemeinde gestärkt. Ein Ort, der für viele mehr war als nur eine Ansammlung von Büchern. Die Entscheidung zur Schließung mag aus finanziellen Überlegungen getroffen worden sein, doch der Verlust ist spürbar. Die Hoffnung, dass die neuen Angebote und die Schulbibliothek die Liebe zum Lesen weitertragen, bleibt bestehen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lesekultur in Hirschlanden und Umgebung entwickeln wird – vielleicht wird sie ja durch diese Veränderungen nur noch lebendiger.
