Tempo 40 in Stuttgart, Heilbronn und Reutlingen: Verkehrssicherheit durch Geschwindigkeitsreduzierung deutlich verbessert
Heute ist der 26.10.2026 und wir werfen einen Blick auf die erfreuliche Entwicklung in der Verkehrssicherheit in unseren Städten Stuttgart, Heilbronn und Reutlingen. Eine Analyse von SWR Data Lab und der Neuen Pressegesellschaft hat ergeben, dass die Einführung von Tempo 40 auf Straßen in diesen Städten eine spürbare Reduzierung der Unfallzahlen mit Verletzten zur Folge hatte. Und das ist keine unwichtige Nachricht! Auf den betroffenen Straßen sank die Zahl schwerer Unfälle um rund zwei Drittel. Das ist doch ein Grund zum Feiern!
Besonders aufgefallen ist, dass nicht nur die Gesamtzahl der Unfälle zurückging, sondern auch die mit Schwerverletzten. Zwischen 2019 und 2021 war die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf den untersuchten Straßen von 50 auf 40 km/h gesenkt worden. Ursprünglich war diese Regelung vor allem als Reaktion auf überschrittene Luftschadstoff-Grenzwerte eingeführt worden. Heute dient sie auch der Lärmminderung, was in einer Stadt wie Stuttgart, die oft als laut und hektisch wahrgenommen wird, einen echten Gewinn darstellt.
Die Zahlen sprechen für sich
Die Untersuchung berücksichtigte ausschließlich Unfälle mit Personenschaden, sofern mindestens ein Pkw beteiligt war, und es wurden sogar verletzte Fußgänger und Radfahrer erfasst. Um einen fairen Vergleich zu gewährleisten, zog die Analyse auch Daten von anderen baden-württembergischen Städten mit mindestens 50.000 Einwohnern heran, in denen die Unfallzahlen ebenfalls zurückgingen, aber nicht in dem Maße wie bei uns. Auf Tempo-50-Straßen sank die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten immerhin um 46 Prozent – das ist gut, aber eben nicht so beeindruckend wie bei Tempo 40.
Ein weiterer Aspekt, der zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beigetragen haben könnte, sind die Veränderungen im Mobilitätsverhalten. Weniger Menschen sind mit dem Auto unterwegs, und der Trend zu mehr Fuß- und Radverkehr ist deutlich spürbar. Außerdem haben Fahrassistenzsysteme ihren Teil dazu beigetragen, auch wenn ihr Einfluss nicht so groß ist, da viele ältere Fahrzeuge nicht damit ausgestattet sind.
Wissenschaftliche Erkenntnisse und Expertenmeinungen
Verkehrswissenschaftler Markus Friedrich von der Universität Stuttgart hat sich ebenfalls zu Wort gemeldet. Er führt an, dass das Risiko für Fußgänger bei einer Aufprallgeschwindigkeit von 50 km/h fünfmal höher ist als bei 30 km/h. Das klingt dramatisch, ist aber eine wichtige Erkenntnis für die künftige Verkehrsplanung. Die Ergebnisse einer weiteren Untersuchung des Instituts für Straßen- und Verkehrswesen der Universität Stuttgart bestätigen zudem, dass die Unfallzahlen auf Tempo-40-Straßen stärker zurückgegangen sind als auf Tempo-50-Straßen.
Doch es gibt auch kritische Stimmen. Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) fordert Tempo 50 auf den leistungsfähigen Hauptstraßen, während in Wohnstraßen und an Gefahrenstellen weiterhin Tempo 30 gelten soll. In Reutlingen und Heilbronn hingegen halten die Verantwortlichen an ihren Geschwindigkeitsbegrenzungen fest und verweisen auf die positiven Effekte für die Verkehrssicherheit. Schließlich gab es in Reutlingen bereits mehrere Jahre keine Verkehrstoten mehr und Ordnungsamtsleiter Albert Keppler führt das unter anderem auf Tempolimits zurück.
Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel (SPD) sieht Tempo 40 als wichtigen Bestandteil einer lebenswerten Stadt. Auch wenn er klarstellt, dass die Reduktion der Unfälle nicht allein auf diese Maßnahme zurückzuführen ist, könnten niedrigere Geschwindigkeiten besonders für Fußgänger und Radfahrer entscheidend sein. Und das ist schließlich eine Nachricht, die uns alle betrifft – die Sicherheit im Straßenverkehr geht uns alle an.
