Traumberuf Professorin Plus: Frauen in der Wissenschaft stärken und Gleichstellung fördern
Heute, am 20. Februar 2026, versammelten sich fast 200 Gäste zur Auftaktveranstaltung der dritten Förderrunde des Verbundprojekts „Traumberuf Professorin Plus“ an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Karlsruhe (DHBW). Ziel dieses Projektes ist es, mehr Frauen für Professuren zu gewinnen und somit den Frauenanteil in der Wissenschaft nachhaltig zu erhöhen. Aktuell sind an Hochschulen in Baden-Württemberg rund 7800 Professoren beschäftigt, darunter über 2000 Frauen, was einem Anteil von etwa 26% entspricht. Dies stellt einen Anstieg von 19% vor zehn Jahren dar. Im Februar 2023 wurden zudem 368 neue Professoren berufen, darunter 43% Frauen. Diese Entwicklungen sind ein positives Zeichen, zeigen jedoch, dass noch viel Arbeit vor uns liegt.
Das Verbundprojekt bietet ein Mentoring- und Qualifizierungsprogramm, das speziell für Frauen konzipiert ist, um sie auf eine Professur vorzubereiten. Mentees werden von festen Mentoren begleitet, was den fachlichen Austausch sowie die persönliche Entwicklung fördert. Nach einem Jahr individueller Begleitung und der Teilnahme an einem umfassenden Kursprogramm, das sowohl Präsenz- als auch Online-Seminare umfasst, erhalten die Teilnehmerinnen ein Zertifikat. Diese Initiative wird durch das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg unterstützt, das auch das Margarete von Wrangell Juniorprofessorinnen-Programm fortsetzt. Dieses Programm fördert Chancengleichheit in der Wissenschaft und ermöglicht es Junior- und Tenure-Track-Professorinnen, promovierte Wissenschaftlerinnen für drei Jahre in Vollzeit anzustellen. Für die Verlängerung des Programms steht ein Budget von bis zu 3,1 Millionen Euro zur Verfügung.
Das Professorinnenprogramm: Ein weiterer Schritt zur Gleichstellung
Ein zusätzliches wichtiges Instrument zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft ist das Professorinnenprogramm, das 2008 von Bund und Ländern ins Leben gerufen wurde. Mit dem Ziel, den Anteil von Frauen in wissenschaftlichen Spitzenpositionen zu erhöhen und die sogenannte „Leaky Pipeline“ zu bekämpfen, wurde bereits über 1000 Professuren gefördert. Aktuell liegt der Frauenanteil in der Professorenschaft bei etwa 30%. Dieses Programm wirkt auf zwei Ebenen: Es erhöht nicht nur die Anzahl der Professorinnen, sondern stärkt auch die Gleichstellungsstrukturen an Hochschulen.
Hochschulen müssen Gleichstellungskonzepte einreichen, um am Professorinnenprogramm teilzunehmen. Hierbei können sie zusammenarbeiten, um überzeugende Konzepte zu entwickeln, die mit dem Prädikat “Gleichstellungsstarke Hochschule” ausgezeichnet werden können. Das Finanzvolumen des Programms ist beeindruckend: Von 2008 bis 2022 wurden insgesamt 620 Millionen Euro für die verschiedenen Programmphasen bereitgestellt. Für die Phase 2030 sind sogar 320 Millionen Euro eingeplant, was die langfristige Förderung und strategische Auseinandersetzung mit dem Thema Gleichstellung unterstreicht.
Positive Entwicklungen und Herausforderungen
Die positive Evaluation der ersten drei Programmphasen durch unabhängige Prüforganisationen zeigt, dass die Maßnahmen wirken. Dennoch bleibt der Weg zur vollständigen Gleichstellung in der Wissenschaft lang. Frauen sind bei Bildungsabschlüssen bis zur Promotion erfolgreich, verlieren jedoch im Wissenschaftssystem an Boden. Um die Gleichstellung weiter voranzutreiben, können Hochschulen bis zum 30. September 2026 Anträge für Anschubfinanzierungen stellen. Die zweite Auswahlrunde im Jahr 2024 hat bereits 56 Hochschulen überzeugt, die mit ihren Konzepten auf dem richtigen Weg sind.
Insgesamt dürfen wir optimistisch in die Zukunft blicken. Durch Programme wie „Traumberuf Professorin Plus“ und das Professorinnenprogramm werden wichtige Schritte unternommen, um Frauen in der Wissenschaft zu stärken und die Gleichstellung nachhaltig zu fördern. Die Herausforderungen sind zwar groß, jedoch zeigt die Entwicklung der letzten Jahre, dass Veränderungen möglich sind.
Für weiterführende Informationen und Details zu den Programmen besuchen Sie bitte die entsprechenden Seiten der Staatsanzeiger und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.
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